Predigt am drittletzen Sonntag 08.11.2020Ulrich Becker 100

Predigttext Psalm 73

Gott ist Israels Trost für alle, die reinen Herzens sind.
Ich aber wäre fast gestrauchelt mit meinen Füßen;
mein Tritt wäre beinahe geglitten.
Denn ich sah, dass es den Gottlosen so gut ging.
Für sie gibt es keine Qualen, gesund und feist ist ihr Leib.
Sie sind nicht in Mühsal wie sonst die Leute
und werden nicht wie andere Menschen geplagt.
Darum prangen sie in Hochmut und hüllen sich in Frevel.
Sie brüsten sich wie ein fetter Wanst, sie tun, was ihnen einfällt.
Sie achten alles für nichts und reden böse,
sie reden und lästern hoch her.
Darum fällt ihnen der Pöbel zu
und läuft ihnen zu in Haufen wie Wasser.
Sie sprechen: Wie sollte Gott es wissen?
Wie sollte der Höchste etwas merken?
Siehe, das sind die Gottlosen;
die sind glücklich in der Welt und werden reich.
Soll es denn umsonst sein, dass ich mein Herz rein hielt
und meine Hände in Unschuld wasche?
Ich bin doch täglich geplagt, und meine Züchtigung ist alle Morgen da.
Hätte ich gedacht: Ich will reden wie sie,
siehe, dann hätte ich das Geschlecht deiner Kinder verleugnet.
So sann ich nach, ob ich's begreifen könnte,
aber es war mir zu schwer.
Als es mir wehe tat im Herzen und mich stach in meinen Nieren,
da war ich ein Narr und wusste nichts, ich war wie ein Tier vor dir.
Dennoch bleibe ich stets an dir;
denn du hältst mich bei meiner rechten Hand,
du leitest mich nach deinem Rat
und nimmst mich am Ende mit Ehren an.
Wenn ich nur dich habe, so frage ich nichts nach Himmel und Erde.
Wenn mir gleich Leib und Seele verschmachtet,
so bist du doch, Gott, allezeit meines Herzens Trost und mein Teil.
Das ist meine Freude, dass ich mich zu Gott halte /
und meine Zuversicht setze auf Gott, den HERRN,
dass ich verkündige all dein Tun.