Kirchvorsteherrüstzeit 1.-3. Juni 2018 im Rehgarten bei Chemnitz

Dirk Beyer„Je Älter desto Jünger“ -  Ein Blick auf das vielversprechende Thema der Rüstzeit:

Da das Thema quasi in ein Wortspiel verkleidet war, standen zu Beginn viele Fragen im Raum: Was hat das zu bedeuten? Wer ist ein Ältester - alle Kirchenvorstandsmitglieder? Sind Älteste die alten, gestandenen Christen unserer Gemeinde?

Uns wurde schnell klar, dass der Personenkreis ‚Ältester‘ viel weiter zu fassen ist: Älteste sind die, die ‚mündig‘ im Glauben stehen und geistliche Reife haben.

Gleichzeitig ist die Antwort auf die Frage, ‚Wer sind die Jünger?‘ schnell klar!
Jünger sind praktisch Menschen, die sich an Jesus halten wie seine biblischen Jünger. Zu lernen gilt es lebenslang, im Glauben lebendig zu sein, Gott nahe zu kommen und dran zu bleiben. Doch ist das die Realität in unseren Gemeinden? Ist da nicht oft auch eine NICHT-Lebendigkeit, Klage und auch Unreifheit zu erkennen? Wenn ja: Warum ist das so?

Was hindert mich in der Gemeinde daran, lebendig zu sein? Gibt es eventuell Baustellen bei mir selbst, wo ich  an einer inneren roten Ampel stehen bleibe, wo es langsam geht, weil etwas (noch nicht) fertig gestellt wurde...
Aber wie geht das, Baustellen zu beenden. Einfach ‚weiterbauen‘? Das ist einfacher gesagt als getan. Und erst recht in geistlichen Dingen. Da bedarf es der Stille, der Stille in Gott, die einen Blick auf Dinge, Sicht- und Verhaltensweisen ermöglicht, die es zu ändern gilt, von denen es umzukehren gilt.

Ganz praktisch könnte es um ein dringend erforderliches Gespräch zwischen Menschen gehen, um geschehene Verletzungen wieder heil werden zu lassen und so dem Ärger keinen Platz mehr einzuräumen.

Denn wir Christen wollen und sollten in der Lage sein, mit Jesus reife Entscheidungen zu treffen. Man könnte wohl auch sagen: Als Jünger Jesu reife Entscheidungen zu treffen.

Dabei kann es durchaus hilfreich sein, sich die Frage zu stellen: In wie weit lasse ich mein Denken und Fühlen von Jesus durchdringen? Eine konkrete Anregung dafür könnte sein, sich Gottes Frage an das Volk Israel anzusehen. Nach den Jahren der Wüstenwanderung, kurz vor dem Einzug in das gelobte Land frage er sie:
Wollt ihr den Göttern von Ägypten dienen, von wo ihr hergekommen seid oder denen wo ihr hinzieht ODER wollt ihr dem Herrn dienen, so, wie  es Salomo von sich sagte: „Ich aber und mein Haus wollen dem Herrn dienen.“ (Jes. 24,15b). Mit dieser Grundsatzentscheidung hat jeder Christ sein Christsein begründet. Und es kann durchaus erforderlich und heilsam sein, dies wieder einmal zu erneuern, z.B. wegen einer konkreten ‚Baustelle‘. Damit kann Gott unser Denken und Fühlen neu durchdringen. Und wir sind  dann (wieder) in der Lage, weise Entscheidungen fällen zu können.
Mit dieser täglichen Vorentscheidung fängt reifer Glaube an und beste Entscheidungen mit Gott sind täglich möglich.

Fazit: Salomos Satz: „Ich aber und mein Haus wollen dem Herrn dienen.“ ist eine starke Wegweisung. Denn je Älter desto Jünger!

von Dirk Beyer