Termine / Veranstaltungen - Auf einen Blick

Keine Einträge gefunden
 

KIRCHENNACHRICHTEN

                   

AUGUST 2022   / SEPTEMBER 2022                           

für die Gemeinden St.- Bartholomäus und Luther in Waldenburg, Franken, Schlagwitz, Schwaben, Dürrenuhlsdorf, Ziegelheim, Niederwinkel und Oberwinkel / Ebersbach

titelbild

 

Liebe Gemeinde!

Zwei Männer sind dabei, im Wald einen Baum zu fällen. Es ist ein großer Baum mit einem dicken Stamm, und sie müssen sich bei dieser schweren Arbeit gewaltig anstrengen. Sie ziehen ihre Säge hin und her. Immer wieder bleibt sie stecken, und der Schnitt wird kaum tiefer.

 Da kommt ein Spaziergänger vorbei und schaut sich das Ganze eine Weile mit an. Schließlich ruft er den Waldarbeitern zu: „Eure Säge ist doch ganz stumpf. Ihr müsst mal eine Pause einlegen und die Säge schärfen.“ Darauf antwortet einer der Holzfäller: „Wir haben keine Zeit für eine Pause. Wir müssen doch den Baum umlegen.“

Keine Zeit für eine Pause – das bekommt uns nicht gut. Irgendwann klemmt dann die Säge, und nichts geht mehr.

Deshalb hat Gott uns regelmäßige Pausen verordnet. Auch wenn uns das merkwürdig vorkommt – Gott selber hat nach sechs Tagen Arbeit eine Pause gemacht und sich ausgeruht. Und wenn er das gemacht hat, dann ist es für uns erst recht notwendig. In der Bibel gibt es deshalb das dritte Gebot. „Du sollst den Feiertag heiligen“ – so lernt man es als Konfirmand. Gebot heißt: Es handelt sich nicht um eine Empfehlung, um einen guten Rat, sondern um eine Pflicht. Pausen sind bei Gott Pflicht.

Wir Menschen müssen lernen, mit uns selber gut umzugehen. Wenn wir nicht darauf achten, unsere Reserven wieder aufzufüllen, werden wir irgendwann unerträglich für unsere Mitmenschen. Der weise Mönch Bernhard von Clairvaux (1090 – 1153) hat  uns diesen geistlichen Rat hinterlassen:

Wenn du vernünftig bist, erweise dich als Schale und nicht als Kanal,
der fast gleichzeitig empfängt und weitergibt,
während jene wartet, bis sie gefüllt ist.

Auf diese Weise gibt sie das, was bei ihr überfließt,

ohne eigenen Schaden weiter.
Lerne auch du, nur aus der Fülle auszugießen und habe nicht den Wunsch,

 freigiebiger zu sein als Gott.

Die Schale ahmt die Quelle nach. Erst wenn sie mit Wasser gesättigt ist, strömt sie zum Fluss, wird sie zur See. Du tue das Gleiche!

Zuerst anfüllen, und dann ausgießen.

Die gütige und kluge Liebe ist gewohnt überzuströmen, nicht auszuströmen.
Ich möchte nicht reich werden, wenn du dabei leer wirst.
Wenn du nämlich mit dir selber schlecht umgehst, wem bist du dann gut?
Wenn du kannst, hilf mir aus deiner Fülle,
wenn nicht, dann schone dich.

 

Ich wünsche Ihnen, dass Sie in diesem Sommer genügend Zeit für Pausen finden – Zeit zum Ausruhen, zum Nachdenken und zum Aufnehmen von guten Gedanken, damit sich die Schale des Herzens wieder füllt.

Es grüßt Sie herzlich

Pfarrer Ulrich Becker

 Kirchennachrichten als PDF laden ...

                                                                                                                         

KIRCHENNACHRICHTEN

                   

JUNI 2022   / JULI 2022                           

für die Gemeinden St.- Bartholomäus und Luther in Waldenburg, Franken, Schlagwitz, Schwaben, Dürrenuhlsdorf, Ziegelheim, Niederwinkel und Oberwinkel / Ebersbach

Titelbild

Monatsspruch Juni

Lege mich wie ein Siegel auf dein Herz,  wie ein Siegel auf deinen Arm. Denn Liebe ist stark wie der Tod.

(Hoheslied 8,6)

Monatsspruch Juli

Meine Seele dürstet nach Gott, nach^dem lebendigen Gott.

(Psalm 42, 3)

Die menschliche Seele ist ein eigenartiges Gebilde. Genauso wie unser Körper kann sie krank werden oder Mangel leiden, wenn sie nicht gut ernährt wird. Der Beter des 42. Psalms kennt diese Erfahrung und lässt uns in seine eigene Seelenlandschaft ein bisschen hineinschauen.

„Meine Seele dürstet nach Gott“, schreibt er. Eine tiefe Sehnsucht nach Gott spricht sich hier aus; ein Durst, der als lebensbedrohlich empfunden wird.

Was dem Psalmbeter im Einzelnen widerfahren ist, bleibt weitgehend im Dunkeln. Aber er scheint ein schweres Kreuz zu tragen. Er fühlt sich von Gott verlassen und von Menschen bedroht. 

Das Leben ist nicht mehr auszuhalten, wenn Gott sich nicht bald zeigt. Das ist der Kern dieser Klage, die hier jemand mit letzter Kraft herausschreit. Er kann nicht mehr warten – und doch ahnt er, dass er warten muss; dass er sich in Geduld fassen muss; dass die Heilung seiner Verletzungen Zeit braucht.

Es lohnt sich, den 42. Psalm im Ganzen zu lesen. In seinem Verlauf lässt uns der Beter Anteil nehmen an einem inneren Weg, den er selbst zurückgelegt hat. Er sucht Gott. Er streckt sich nach Gott aus. Er schreit zu Gott. Er schüttet ihm sein Herz aus – und indem er das tut, geschehen geheimnisvolle Dinge in seinem Inneren. Seine Seele gewinnt nach und nach wieder Kraft und Mut. An seinem inneren Weg können wir etwas lernen für unseren eigenen Umgang mit Glaubenskrisen und geistlichen Durststrecken.

Schritt für Schritt wird sich der Beter dessen bewusst, dass er ohne Gott nicht sein kann; dass er Gott zum Leben braucht wie das Wasser; dass er ohne ihn verdursten würde. Die Seele lebt aus Gott, sie braucht das Wasser des Lebens, und sie kann es nicht aus sich selber hervorbringen.

Die Heilung beginnt damit, dass die Schreie der Seele an die richtige Adresse gerichtet werden – an Gott, von dem es heißt, dass er der Hirte unserer Seelen ist.

Unsere Seele ist ein sehr verletzliches Gebilde, und es liegt in unserer eigenen Verantwortung, dafür zu sorgen, dass sie gut ernährt wird. Der Weg zur Quelle ist nicht weit. Jesus sagt: Wer Durst hat, der komme zu mir und trinke. (Johannes 7, 37)

Es grüßt Sie herzlich

Ihr Pfarrer Ulrich Becker

 Kirchennachrichten als PDF laden ...

                                                                                                                         

KIRCHENNACHRICHTEN

                   

APRIL 2022   / MAI 2022                           

für die Gemeinden St.- Bartholomäus und Luther in Waldenburg, Franken, Schlagwitz, Schwaben, Dürrenuhlsdorf, Ziegelheim, Niederwinkel und Oberwinkel / Ebersbach

Titelbild

Monatsspruch April

Der Herr ist auferstanden. Er ist wahrhaftig auferstanden. Halleluja.

(Lukas 24, 34)

Liebe Gemeinde!

Die Auferstehung von Jesus sei ein Gerücht, das seine Jünger in die Welt gesetzt haben, nachdem ihr Herr gestorben war.  So wird es häufig in „wissenschaftlichen“ Fernsehsendungen und Publikationen behauptet. Ein Blick in die Bibel zeigt uns:  Diese Behauptung ist ein Ge­rücht! Die Jün­ger wären nie und nimmer auf den Gedanken gekommen, dass Je­sus auferstehen könnte. Selbst nachdem sie das leere Grab gese­hen hatten und zwei von ihnen auf dem Weg nach Emmaus ihm begegnet waren, konnten sie dieses Wunder noch immer nicht fassen.

Deshalb hat sich Jesus nach seiner Auferstehung mehrmals sei­nen Jüngern gezeigt und mit ihnen gesprochen. Sie mussten wissen, dass er lebt, denn sie soll­ten es ja bald überall bekanntgeben. Und sie mussten begreifen, warum das alles mit ihm so gekommen ist, denn darauf baut unser Glaube auf. 

Erst nach und nach verstehen sie, dass sein Tod am Kreuz der Weg Gottes zur Rettung für uns Menschen war. Und seine Auferstehung war der Beweis dafür, dass Jesus für alle, die zu ihm gehören, den Tod und alle Mächte des Verderbens besiegt hat. So ist es andeutungsweise schon mehrfach im Alten Testament vorhergesagt, und Jesus hat immer wieder darauf hingewiesen, dass er gekommen, ist um die Worte der Schrift zu erfüllen. Nun, mit seinem Sterben und Auferstehen, hat er die wichtigsten Zusagen Gottes aus der Bibel eingelöst. Damit hat er uns die Tür aufgeschlossen zu einem völlig neuen Leben.

Das Neue daran ist dies: Er will, solange wir leben, bei uns sein auf dieser Erde, und wir sollen nach dem Tod für immer bei ihm sein in seiner neuen Welt. Und es hängt für uns al­les davon ab, dass wir dieser Zusage Glauben schenken können.

Ein gesegnetes Osterfest wünscht Ihnen

Ihr Pfarrer Ulrich Becker

 Kirchennachrichten als PDF laden ...

                                                                                                                         

KIRCHENNACHRICHTEN

                   

Februar 2022   / März 2022                           

für die Gemeinden St.- Bartholomäus und Luther in Waldenburg, Franken, Schlagwitz, Schwaben, Dürrenuhlsdorf, Ziegelheim, Niederwinkel und Oberwinkel / Ebersbach

Titelbild

Monatsspruch Februar

Zürnt ihr, so sündigt nicht. Lasst die Sonne nicht über eurem Zorn untergehen.

(Epheser 4, 26)

Liebe Gemeinde!

Zwei Männer haben sich furchtbar zerstritten und schon seit Tagen kein Wort mehr miteinander gesprochen. Jeder ist ganz sicher, im Recht gewesen zu sein; keiner ist bereit, den ersten Schritt in Richtung Versöhnung zu gehen. Die Fronten sind verhärtet. Aber die Frauen der beiden Streithähne lassen nicht locker. „Wollt ihr ewig so weitermachen?“, fragt die eine ihren Mann. „Benehmt euch doch mal wie Erwachsene und nicht wie kleine Kinder“, sagt die andere. Nach etlichen Anläufen haben sie es geschafft.  Die beiden Männer reichen einander tatsächlich die Hand. Der eine sagt: „Ich wünsche dir für die Zukunft alles, was du mir wünschst.“ Darauf der andere: „Fängst du schon wieder an?“

Es scheint nicht so einfach zu sein, den Zorn im Zaum zu halten. Vermeiden lässt er sich sowieso nicht. Wir müssten ja das Temperament von Schildkröten haben, wenn wir uns nie streiten würden.  Aber es ist eben auch nicht damit getan, dass zwei sich die Hand geben und dann jeder bekundet, dass an ihm die Versöhnung ganz bestimmt nicht scheitert.

Paulus rät dringend davon ab, den Zorn in den Schlaf mitzunehmen. Ich habe es ausprobiert. Von dem Ärger, mit dem ich abends einschlafe, werde ich am Morgen wieder geweckt. Zorn ist wie Rost unter dem Lack. Er frisst weiter.         

Es kann immer wieder passieren, dass sich Zorn in unserem Herzen regt. Entscheidend ist, dass wir gute Strategien haben, damit umzugehen. Gefährlich wäre es, diese starken Emotionen zu verdrängen oder zu überspielen.  Das kann zu unkontrollierten Wutausbrüchen führen. Das kann unsere Seele im schlimmsten Fall krank machen.

Deshalb fordert Paulus dazu auf, möglichst noch am gleichen Tag, vor Sonnenuntergang, Schritte zur Versöhnung zu gehen: den eigenen Standpunkt überdenken; Kompromisse suchen; um Verzeihung für verletzende Worte bitten. Das kostet Überwindung, aber es hilft, wenn wir uns bewusst machen, dass wir ja selber von der Versöhnung leben, die Gott uns durch Jesus Christus angeboten hat. Und auch der Rat von Thomas Jefferson (Präsident der USA von 1801-1809) hat sich schon oft bewährt: „Wenn du zornig bist, dann zähle bis zehn, bevor du sprichst.“

Mit herzlichen Segenswünschen für das Jahr 2022,

Ihr Pfarrer Ulrich Becker.

 Kirchennachrichten als PDF laden ...

                                                                                                                         

KIRCHENNACHRICHTEN

                   

Dezember 2021   / Januar 2021                          

für die Gemeinden St.- Bartholomäus und Luther in Waldenburg, Franken, Schlagwitz, Schwaben, Dürrenuhlsdorf, Ziegelheim, Niederwinkel und Oberwinkel / Ebersbach

Titelbild

Monatsspruch Dezember

Freue dich und sei fröhlich, du Tochter Zion! Denn siehe, ich komme und will bei dir wohnen, spricht der Herr. (Sacharja 2, 14)

Liebe Gemeinde!

Freue dich und sei fröhlich – Aufforderungen dieser Art erreichen uns in der Adventszeit von vielen Seiten. Das Lied von Georg Friedrich Händel „Tochter Zion, freue dich“ hat das Zeug dazu, zum Ohrwurm zu werden. Aber es melden sich bei solchen Worten sofort auch Bedenken. Lässt sich Freude einfach so erzeugen? Kann man auf Kommando fröhlich sein? Die bloße Aufforderung „Freue dich“ ist etwa ebenso hilfreich wie der Rat „Entspann dich“ an jemanden, der gerade vollen Stress hat. Damit bewirkt man oft genau das Gegenteil von dem, was man erreichen will. Der Angesprochene verkrampft sich nur noch mehr – weil er mit aller Kraft entspannen will. 

Nein, man kann die Freude nicht beschließen und verordnen. Sie muss einen Grund haben, sonst wird es Krampf. Und der Prophet Sacharja nennt uns den stärksten Grund, den es gibt: Der Herr kommt und will bei uns wohnen  Wir haben einen Herrn, dem diese Welt nicht egal ist; der nicht irgendwo auf einer Wolke thront und es sich im Himmel gemütlich macht. Sondern wir glauben an einen Gott, der sich hineinbegibt in die Kälte und Härte dieser Welt; der unsere Nähe sucht; der die freudlose, frustrierte und verkrampfte Menschheit besucht und ihr Leben teilt. Diese Freude, die ihren Grund in der liebevollen Zuwendung Gottes hat, hängt nicht von den äußeren Umständen ab. Sie kommt  von innen, und sie kann sich auch dann ausbreiten,  wenn sich außen, um uns herum, viel Unerfreuliches abspielt. Also müssen wir nicht so tun, als hätten wir alles im Griff. Wir brauchen nicht zu leugnen, was uns bedrückt: die Verletzungen, die uns von anderen zugefügt werden; die Trauer um Menschen, die wir sehr vermissen; die Sorgen um die Kinder; die Zwänge, in denen wir stecken und die unsere Lebensqualität beeinträchtigen.Das alles müssen wir nicht verstecken. Das alles müssen wir nicht hinter einer fröhlichen Fassade verschwinden lassen. Wir dürfen das alles vor Gott und vor Menschen aussprechen. Wir dürfen darüber sogar klagen – und trotzdem das Grundgefühl der Freude am Herrn im Herzen tragen. Wie geht das?

Es ist kein emotionaler Spagat, der uns hier abverlangt wird, sondern hier kommt ein Geheimnis des Glaubens zum Tragen. Die Probleme werden nicht verdrängt und die Sorgen nicht geleugnet – aber sie treten in den Hintergrund. Wenn ein Mensch vom Grundgefühl der Freude getragen ist, beanspruchen die Sorgen nicht mehr so viel Kraft. Sie wirken nicht mehr so bedrohlich – weil wir die letzte Zuständigkeit dafür aus der Hand gegeben haben. Er, der Herr, will bei uns wohnen und das ganze Haus erfüllen. Und damit verändert sich alles.

Es stellt sich eine gewisse Leichtigkeit ein – und ich denke, das ist es, was Jesus meinte, als er sagte, dass wir wie die Kinder werden sollen. Die Kinder machen es uns vor, dass die Freude – wenn man sie denn sucht und zulässt – stärker ist als die schwierigen Umstände. Sie zerbrechen sich nicht ständig den Kopf darüber, was alles schiefgehen kann. Sie haben es leichter mit der Freude als wir Großen.

Gott will bei uns wohnen, und es ist klug, ihn in alle Räume unseres Lebens einzulassen. Bereiche, die wir vor ihm verschließen, kann er nicht umgestalten. Für ihn ist nichts zu komisch, zu banal, zu schwierig, zu dunkel. Er will sich um alles kümmern, auch um das Kleine, das Unscheinbare, das Unangenehme. Der Herr kommt – aber er kommt uns nur so nahe, wie wir es ihm erlauben. Er betritt nicht unaufgefordert das Gebiet unseres Lebens. Die Adventszeit ist eine gute Gelegenheit, ihn einzuladen, Herr über alle Dinge unseres Lebens zu sein.

Das Grundgefühl des Glaubens ist Freude. Wir können sie nicht erzeugen, sondern nur erbitten – und Gott lässt sie in uns wachsen. Unsere Aufgabe ist es, sie zu pflegen, damit sie nicht verfällt – und damit sie eines Tages einmünden kann in die ewige Freude, die uns keiner mehr verderben kann. Und dort muss uns dann auch niemand mehr auffordern: „Freue dich“ – denn dort ist die Freude zu Hause.

Eine gesegnete Adventszeit wünscht Ihnen Pfarrer Ulrich Becker    

 Kirchennachrichten als PDF laden ...