Termine / Veranstaltungen - Auf einen Blick

Erwachsen glauben

KIRCHENNACHRICHTEN

                   

Februar 2022   / März 2022                           

für die Gemeinden St.- Bartholomäus und Luther in Waldenburg, Franken, Schlagwitz, Schwaben, Dürrenuhlsdorf, Ziegelheim, Niederwinkel und Oberwinkel / Ebersbach

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Monatsspruch Februar

Zürnt ihr, so sündigt nicht. Lasst die Sonne nicht über eurem Zorn untergehen.

(Epheser 4, 26)

Liebe Gemeinde!

Zwei Männer haben sich furchtbar zerstritten und schon seit Tagen kein Wort mehr miteinander gesprochen. Jeder ist ganz sicher, im Recht gewesen zu sein; keiner ist bereit, den ersten Schritt in Richtung Versöhnung zu gehen. Die Fronten sind verhärtet. Aber die Frauen der beiden Streithähne lassen nicht locker. „Wollt ihr ewig so weitermachen?“, fragt die eine ihren Mann. „Benehmt euch doch mal wie Erwachsene und nicht wie kleine Kinder“, sagt die andere. Nach etlichen Anläufen haben sie es geschafft.  Die beiden Männer reichen einander tatsächlich die Hand. Der eine sagt: „Ich wünsche dir für die Zukunft alles, was du mir wünschst.“ Darauf der andere: „Fängst du schon wieder an?“

Es scheint nicht so einfach zu sein, den Zorn im Zaum zu halten. Vermeiden lässt er sich sowieso nicht. Wir müssten ja das Temperament von Schildkröten haben, wenn wir uns nie streiten würden.  Aber es ist eben auch nicht damit getan, dass zwei sich die Hand geben und dann jeder bekundet, dass an ihm die Versöhnung ganz bestimmt nicht scheitert.

Paulus rät dringend davon ab, den Zorn in den Schlaf mitzunehmen. Ich habe es ausprobiert. Von dem Ärger, mit dem ich abends einschlafe, werde ich am Morgen wieder geweckt. Zorn ist wie Rost unter dem Lack. Er frisst weiter.         

Es kann immer wieder passieren, dass sich Zorn in unserem Herzen regt. Entscheidend ist, dass wir gute Strategien haben, damit umzugehen. Gefährlich wäre es, diese starken Emotionen zu verdrängen oder zu überspielen.  Das kann zu unkontrollierten Wutausbrüchen führen. Das kann unsere Seele im schlimmsten Fall krank machen.

Deshalb fordert Paulus dazu auf, möglichst noch am gleichen Tag, vor Sonnenuntergang, Schritte zur Versöhnung zu gehen: den eigenen Standpunkt überdenken; Kompromisse suchen; um Verzeihung für verletzende Worte bitten. Das kostet Überwindung, aber es hilft, wenn wir uns bewusst machen, dass wir ja selber von der Versöhnung leben, die Gott uns durch Jesus Christus angeboten hat. Und auch der Rat von Thomas Jefferson (Präsident der USA von 1801-1809) hat sich schon oft bewährt: „Wenn du zornig bist, dann zähle bis zehn, bevor du sprichst.“

Mit herzlichen Segenswünschen für das Jahr 2022,

Ihr Pfarrer Ulrich Becker.

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