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KIRCHENNACHRICHTEN

                     Februar / März 2019                                

für die Gemeinden St.- Bartholomäus und Luther in Waldenburg, Franken, Schlagwitz, Schwaben, Dürrenuhlsdorf, Ziegelheim, Niederwinkel und Oberwinkel / Ebersbach

 
titelbild 2019 02

Ich bin überzeugt, dass dieser Zeit Leiden nicht ins Gewicht fallen gegenüber der Herrlichkeit, die an uns offenbart werden soll.

(Röm 8,18 – Monatsspruch Februar)

Christian Schubert 100
    Liebe Gemeinde,

der hat gut reden, der Paulus, als er das so in den Römerbrief geschrieben hat. Die Leiden unserer Zeit fallen nicht ins Gewicht angesichts der Wirklichkeit Gottes, die uns erwartet. Das, was uns das Leben schwer macht, ist zwar für sich genommen sicher schwierig und im Einzelfall für den einen oder die andere eine regelrechte Katastrophe, aber vor dem Horizont der Größe Gottes, ist das doch eigentlich nicht so wichtig. Der hat gut reden, der Paulus. Aber erzähl das mal der Frau, die ihre Mutter jeden Tag zuhause unter voller Aufbietung aller ihrer Kräfte pflegt und unter dieser Last fast zusammenbricht. Erzähl das mal dem Kriegsflüchtling, der alles verloren hat: Haus, Angehörige, Heimat.

Nun ist Paulus weder naiv noch unsensibel. Er vertröstet nicht einfach. Das wird den Christen ja oft vorgeworfen: sie flüchten sich in Hirngespinste einer zukünftigen Welt, um die Gegenwart erträglicher zu machen. Zumindest hat das George Orwell in seiner Novelle „Farm der Tiere“ gemacht. Dort steht der schwarze Rabe Moses für die Kirche. Er erzählt den Tieren immer wieder von einer Illusion namens Kandiszuckerberg

(= der Himmel), wo mal alles besser sein soll als in der Gegenwart. Dieser Vorwurf der Vertröstung ist unberechtigt. Paulus weiß sehr wohl, wie groß Leiden in dieser Welt sein können. Es selbst war mehrfach inhaftiert und ist am Ende hingerichtet worden. Er verschweigt die Leiden nicht. Aber er hält fest: so schlimm das eine oder andere auch sein mag: Gottes Herrlichkeit ist größer und kennt keine Grenzen. Wenn das, was wir hier als so schlimm erleben, gegenüber dieser Herrlichkeit Gottes nicht ins Gewicht fällt, wie herrlich muss sie dann erst sein? Das ist das Zentrum des christlichen Glaubens. Wenn wir als christliche Gemeinde nicht mehr diese Hoffnung haben, was dann?

Die Hoffnung auf die Herrlichkeit Gottes und unsere Aussicht an ihr teilhaben zu dürfen, halten wir uns wach. Heute und alle Tage. Bleiben Sie in dieser Hoffnung behütet.

Es grüßt Sie ganz herzlich,

Ihr Pfarrer Christian Schubert

(Kirchennachrichten FEB/MÄRZ laden)