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KIRCHENNACHRICHTEN

DEZEMBER 2017 und JANUAR 2018

für die Gemeinden St.- Bartholomäus und Luther in Waldenburg, Franken, Schlagwitz, Schwaben, Dürrenuhlsdorf, Ziegelheim, Niederwinkel

und Oberwinkel / Ebersbach

 

Ich steh an deiner Krippen hier, o Jesu, du mein Leben;
ich komme, bring und schenke dir, was du mir hast gegeben.
Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn,

Herz, Seel und Mut, nimm alles hin und lass dir’s wohlgefallen.

Titelbild 2017 12


Dieses Lied begleitet mich seit meine

nd ist schon immer mein liebstes Weihnachtslied gewesen. Vielleicht liegt es daran, dass dieses Lied mich vom ersten Satz an mitten in das Weihnachtsgeschehen hineinholt. Beim Hören ur Kindheit u

nd Singen bin ich eingeladen, mich an die Krippe zu stellen, so als wäre ich ein Augenzeuge der Ereignisse im Stall von Bethlehem. Ich darf zuschauen und staunen über das, was da für mich und mit mir geschieht. In dem kleinen Kind in der Krippe begegnet mir der, dem ich mein Leben verdanke.

Wenn wir eine Familie mit einem neugeborenen Kind besuchen, nehmen wir ein Geschenk mit, möglichst etwas Praktisches: etwas zum Anziehen, eine warme Decke oder Spielsachen. Bei diesem Kind ist es anders. Es braucht nichts von mir. Ich brauche alles von ihm. Und ich kann ihm nur das als Dank bringen, was ich von ihm empfangen habe: Geist und Sinn, Herz, Seele und Mut. Damit ist zusammengefasst, was meine Person ausmacht.

Wenn ich Jesus frage, womit ich ihm eine Freude machen kann, dann wird er immer das Gleiche antworten: Ich will nicht etwas von dir. Ich will dich. Die Menschen, die damals an die Krippe kamen, haben das verstanden. Viele Krippendarstellungen zeigen die Hirten und die Weisen in kniender Haltung – in der Haltung der Hingabe.

Der Dichter Paul Gerhardt, der dieses Lied geschrieben hat, wählt für das ganze Lied die Gebetsform. Er belehrt uns nicht, er fordert uns zu nichts auf, sondern lässt uns in sein Herz schauen und Anteil nehmen an der stillen Zwiesprache, die er mit dem Jesuskind hält. Sein ganzes Leben breitet er vor Jesus aus, auch die dunklen Seiten, die er nur als „tiefste Todesnacht“ (Strophe 3) beschreiben kann. Aber er weiß auch: Das Dunkel wird nicht bleiben. Von dem Kind in der Krippe geht ein himmlischer Glanz aus, in den ich mich hineinstellen darf.

 Paul Gerhardt lädt uns mit seinem Lied ein, die Zuschauerperspektive zu verlassen und nahe heranzutreten an den Ort, wo Gott seine Liebe sichtbar und greifbar gemacht hat. Die frohe Botschaft von Weihnachten gilt allen Menschen. Gott schenkt seinen Sohn der ganzen Welt. Aber annehmen kann dieses Geschenk nur jeder für sich.

 

Ich wünsche Ihnen, dass Sie die Zeit finden, an der Krippe zu stehen, still zu werden, zu staunen und zu beten – und dass Sie in diesem Sinn ein gesegnetes Weihnachtsfest feiern können.

 

 Ihr Pfarrer

Ulrich Becker

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