Termine / Veranstaltungen - Auf einen Blick

KIRCHENNACHRICHTEN

                     Oktober/November 2019                                

für die Gemeinden St.- Bartholomäus und Luther in Waldenburg, Franken, Schlagwitz, Schwaben, Dürrenuhlsdorf, Ziegelheim, Niederwinkel und Oberwinkel / Ebersbach

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 Ulrich Becker 100
Vor zwei Jahren wurde mit großem Aufwand das 500jährige Reformationsjubiläum begangen. Die Medien informierten ausführlich über Martin Luther und sein Werk und in den Kirchen fanden zahlreiche Festveranstaltungen statt. Was ist davon geblieben?

Was wir Martin Luther zu verdanken haben, ist sein leidenschaftliches Eintreten für das Wort Gottes, sein Kampf gegen die Aufweichung und die Verfälschung der biblischen Botschaft. Er hat uns ein frohmachendes, befreiendes Erbe mitgegeben, an dem wir unbedingt festhalten sollen: Wir haben einen gnädigen Gott, der nicht unser Verderben, sondern unser Heil will. Jesus Christus, der Gekreuzigte und Auferstandene, ist die Mitte unseres Glaubens. Wer ihm vertraut, kann aufatmen und Frieden mit Gott finden. Wer Zuflucht zum Kreuz nimmt, muss vor Gott keine Angst haben.

Das ist der Kern des Evangeliums, das Martin Luther wiederentdeckt und unermüdlich verkündigt hat. So war er ein Wegweiser im Glauben. Was machen wir mit diesem Erbe? 

Natürlich brauchen wir solche Wegweiser. Aber es wäre unsinnig, den Wegweiser zu verehren. Wegweiser weisen von sich weg. Reformation ist nicht in erster Linie ein Fest der Erinnerung, schon gar nicht eine Huldigungsveranstaltung von Luther-Verehrern, sondern ein bleibender Anstoß. Die Erneuerung der Kirche und die Erneuerung des einzelnen Christen ist niemals abgeschlossen. Denn das neue Leben, das Gott uns schenkt, neigt dazu, immer wieder in die alten Bahnen zurückzufallen. Die feste Bindung an Jesus Christus, den tragenden Grund, muss deshalb ständig erneuert werden. Das gilt für jeden einzelnen Christen ebenso wie für die Kirche als Ganze.

Wenn wir Martin Luther nur verehren und dabei selbst die Alten bleiben, gehen wir am Sinn des Reformationsgedenkens vorbei. Luther hat uns den Weg zur aufgeschlagenen Bibel gewiesen, den Weg zum Kreuz, den Weg zu dem festen Grund. Nur wenn wir diesem Weg folgen (und es nicht dabei belassen, an ihn alljährlich zu erinnern),  geschieht Erneuerung – an uns selbst und an der ganzen Kirche.

Es grüßt Sie herzlich

Ihr Pfarrer Ulrich Becker

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KIRCHENNACHRICHTEN

                     August/September 2019                                

für die Gemeinden St.- Bartholomäus und Luther in Waldenburg, Franken, Schlagwitz, Schwaben, Dürrenuhlsdorf, Ziegelheim, Niederwinkel und Oberwinkel / Ebersbach

 
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Monatsspruch August

Geht und verkündet: Das Himmelreich ist nahe.
Mt 10,7

Liebe Menschen im Sommer,

vor einiger Zeit fiel mir der folgende Satz in die Hände: “ Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Frost und Hitze, Saat und Ernte, Sommer und Winter, Tag und Nacht.“ 1.Mose 8,22. Ich las ihn und sagte: „Wie schön, ein Wort für die Bauern!“ Nun lese ich diesen Satz wieder und wieder und merke: Es ist ein Satz für uns alle.                         

Der Zusammenhang ist folgender: Menschen und Tiere aus Noahs Arche können nach der großen, so lange andauernden Flut die Erde wieder trockenen Fußes betreten, „dass sie sich regen und fruchtbar seien.“ Die Katastrophe ist vorbei. Noah opfert Gott zum Dank Brandopfer und dieser Geruch ist Gott lieblich in der Nase und er spricht in seinem Herzen etwa: „… ich kenne euch, aber solange die Erde steht, soll nicht aufhören Frost und Hitze, Saat und Ernte, Sommer und Winter, Tag und Nacht.“ Die Taube trägt den Olivenzweig der Hoffnung in ihrem Schnabel. Mir flößt dieser Satz eine Art Urvertrauen ein.

„Solange die Erde steht“ – ja, die Frage kann einem schon kommen, ob es hier „ewig“ so weitergeht. – „soll nicht aufhören“ – auch der Gedanke, dass etwas aus den Fugen geraten ist mit unserer Erde und unserer Welt, liegt nicht fern, wenn wir uns nur mal kurz umhören. Und ob „es“ noch „funktioniert“, z.B. mit dem Regnen, dass können wir nach Wochen ungewohnter Trockenheit schon mal fragen. Aber wir können auch versuchen, zu verstehen, dass wir in Deutschland oder Europa nur ein kleiner Teil der Erde sind, der, wie Alles auf der Welt, auch der Veränderung unterliegt. Mir fällt gerade die Geschichte von Josef ein, der in seinem Landstrich in den 7 fetten für die 7 mageren Jahre vorsorgte. Unser Problem ist, dass wir die Zusammenhänge oft erst von hinten her verstehen.

Aber ich schweife ab: „ … Frost und Hitze, Saat und Ernte, Sommer und Winter, Tag und Nacht.“ In diesen Rhythmen befinden wir uns, wir sind geradezu geborgen in der Ordnung, die Gott gab. Zum Wachsen und Gedeihen. Wir frieren und schwitzen und mittendrin sind wir ganz wohl im Gemäßigten. Wir säen und ernten, wir warten, hoffen, hegen und pflegen, hoffentlich in wacher Verantwortung, wir arbeiten uns ab und sind oft zufrieden dabei. Der Takt von Sommer und Winter, von Tag und Nacht gibt uns Raum und Zeit zum Aufleben und zum Zurückziehen, zum Zurückschauen, zum Schlafen und zum Träumen von  Morgen. – Geborgen im geschenkten Wiegeschritt des Nicht-Aufhörens. Liebe Sommermenschen, lasst uns vertrauen, dass Gott seine Erde nicht im Stich lässt, denn er sprach es in seinem Herzen  zu sich, für uns.                                                  

Ihre Astrid Sander

 

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KIRCHENNACHRICHTEN

                     Juni/Juli 2019                                

für die Gemeinden St.- Bartholomäus und Luther in Waldenburg, Franken, Schlagwitz, Schwaben, Dürrenuhlsdorf, Ziegelheim, Niederwinkel und Oberwinkel / Ebersbach

 
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Monatsspruch Juni:

O hätte ich Flügel wie Tauben, dass ich wegflöge und Ruhe fände! (Psalm 55,7)

Pfarre Schubert

Liebe Gemeinde!

 

Merken Sie es schon? Die Temperaturen steigen merklich an, die Tage könnten länger kaum sein: alles läuft auf den Sommer zu. Die Wochen vor den Sommerferien sind für viele oft vollgepackt. Auf Arbeit gibt es viel zu tun, überall gibt es Feste, bei denen man vorbeischauen möchte. Der Kalender ist voll. Doch spätestens wenn im Juli die Sommerferien beginnen, wird alles ruhiger. Auf den Straßen ist weniger los. Zumindest in meinem Arbeitszimmer klingelt das Telefon in der Regel weniger. Die Menschen nehmen sich eine Pause. Es ist Urlaubszeit. Eine Auszeit vom oft als stressig empfundenen Alltag.

Wir können dankbar sein, dass wir diesen Luxus einer Auszeit genießen können. Dabei verschafft uns Gott selbst diesen Luxus. Die Bibel berichtet schon von der Schöpfung, dass Gott am siebten Tag ausruhte. Auszeit soll also sein, durch göttlichen Willen. Der Psalmbeter aus Psalm 55 will am liebsten mit Flügeln ausgestattet sein, um alles, was ihn belastet und bedrängt, so schnell wie möglich hinter sich lassen zu können.

Beschäftigt sein ist gut, aber nicht immer. Wer wieder etwas geben will, muss vorher auch Kraft tanken. Ansonsten überschätzt man seine eigenen, endlichen Kräfte und brennt aus. Man kann sogar soweit gehen zu sagen: ansonsten überhebt man sich gegenüber Gott, der ja schon in der Schöpfungsgeschichte Ruhezeiten vorgegeben hat.

Eine Auszeit führt in die Freiheit und Weite Gottes hinaus. Von so mancher Pflicht enthoben, haben wir Gelegenheit, Zeit mit uns lieben Menschen zu genießen, den eigenen Motor runterzufahren und auch den eigenen Stand vor Gott zu überdenken: Wer bin ich? Wofür will ich meine Kraft nutzen? Wohin führt mich Gottes Weg? Der Alltag lässt oft keinen Raum dafür. Also: gönnen Sie sich eine Auszeit und genießen Sie sie. Wir haben gute Gründe dafür, zu glauben, dass Gott sich daran freut.

 

Eine gesegnete Zeit wünscht Ihnen

Ihr Pfarrer Christian Schubert

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KIRCHENNACHRICHTEN

                     April/ Mai 2019                                

für die Gemeinden St.- Bartholomäus und Luther in Waldenburg, Franken, Schlagwitz, Schwaben, Dürrenuhlsdorf, Ziegelheim, Niederwinkel und Oberwinkel / Ebersbach

 
Titel

Monatsspruch April:

Jesus Christus spricht: Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Welt.  (Matthäus 28, 20)

Ulrich Becker 100Liebe Gemeinde!
Als Jesus sich von seinen Jüngern verabschiedete, übertrug er ihnen eine riesige Aufgabe. Allen Völkern sollten sie die gute Nachricht bringen. Überall auf der Welt sollten sie Menschen zum Glauben rufen. Dabei waren sie oft schon an viel kleineren Aufträgen gescheitert. Jesus hat elf Männer vor sich, die nicht wirklich bereit sind für das, was sie jetzt tun sollen.
Auch in dieser Abschiedsszene auf dem Berg machen sie keine besonders gute Figur. Sie stehen dem Auferstandenen gegenüber. Sie sind Augenzeugen des größten Wunders aller Zeiten. „Kommt, lasst uns anbeten und Halleluja singen“ – das wäre die naheliegende Reaktion gewesen. Aber da steht: „Sie zweifelten.“ (Matthäus 28, 17) Mit ihrer Glaubenskraft ist wirklich kein Staat zu machen. Und trotzdem sagt Jesus: „Ihr geht, Ihr elf - so wie Ihr hier steht. Unterwegs werden wir einiges in Ordnung bringen, aber jetzt geht. Ihr seid mein Team.“
Gott liebt es offenbar, mit Menschen zu arbeiten, die nicht perfekt sind und die es sich nicht zutrauen. Am Ende haben sie alle gesagt: „O.k., Gott, auf dein Wort hin mache ich es. Ich weiß zwar nicht, wie du ausgerechnet auf mich kommst – aber wenn du es sagst, dann will ich dir zutrauen, dass es irgendwie funktioniert.“ Und es hat funktioniert.
Wenn Gott Gemeinde bauen will, dann fällt seine Wahl immer auf unvollkommene Menschen - auch hier bei uns. So wie er es damals mit seinen elf unvollkommenen Freunden gemacht hat, so hält er es bis zum heutigen Tag.
Da kann man natürlich fragen: Ist das nicht ein bisschen unvernünftig? Ist das nicht viel zu riskant? Warum macht er das?
Ich glaube, es wäre für Jesus viel riskanter, wenn er Menschen losschicken würde, die sich sicher und stark fühlen; die sagen würden: „Ich hab’s drauf, ich bin bereit, ich kann das und ich will das! Ich zeig euch mal, wie es geht.“
Das wäre ein wirklich riskantes Spiel. Immer wenn es einer von den Elf auf diese Weise, also aus eigener Kraft und aus eigenem Willen versucht hat, ging es gründlich schief. Dann musste Jesus ihnen sagen: „Lernt es doch endlich: Ohne mich könnt Ihr nichts tun.“
Deshalb heißt der letzte Satz in seiner Beauftragungsrede: „Ich bin bei euch alle Tage, bis ans Ende der Welt.“ Es wird dabei bleiben: Wir werden ständig an unsere Grenzen kommen; wir werden uns immer wieder überfordert fühlen in unserem Dienst für Jesus. Aber das macht nichts, denn Jesus verspricht: „Ich bin bei euch alle Tage.“ Ohne ihn können wir nichts tun. Mit ihm ist das Team perfekt.

Es grüßt Sie herzlich

 

Pfarrer Ulrich Becker!

 

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KIRCHENNACHRICHTEN

                     Februar / März 2019                                

für die Gemeinden St.- Bartholomäus und Luther in Waldenburg, Franken, Schlagwitz, Schwaben, Dürrenuhlsdorf, Ziegelheim, Niederwinkel und Oberwinkel / Ebersbach

 
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Ich bin überzeugt, dass dieser Zeit Leiden nicht ins Gewicht fallen gegenüber der Herrlichkeit, die an uns offenbart werden soll.

(Röm 8,18 – Monatsspruch Februar)

Christian Schubert 100
    Liebe Gemeinde,

der hat gut reden, der Paulus, als er das so in den Römerbrief geschrieben hat. Die Leiden unserer Zeit fallen nicht ins Gewicht angesichts der Wirklichkeit Gottes, die uns erwartet. Das, was uns das Leben schwer macht, ist zwar für sich genommen sicher schwierig und im Einzelfall für den einen oder die andere eine regelrechte Katastrophe, aber vor dem Horizont der Größe Gottes, ist das doch eigentlich nicht so wichtig. Der hat gut reden, der Paulus. Aber erzähl das mal der Frau, die ihre Mutter jeden Tag zuhause unter voller Aufbietung aller ihrer Kräfte pflegt und unter dieser Last fast zusammenbricht. Erzähl das mal dem Kriegsflüchtling, der alles verloren hat: Haus, Angehörige, Heimat.

Nun ist Paulus weder naiv noch unsensibel. Er vertröstet nicht einfach. Das wird den Christen ja oft vorgeworfen: sie flüchten sich in Hirngespinste einer zukünftigen Welt, um die Gegenwart erträglicher zu machen. Zumindest hat das George Orwell in seiner Novelle „Farm der Tiere“ gemacht. Dort steht der schwarze Rabe Moses für die Kirche. Er erzählt den Tieren immer wieder von einer Illusion namens Kandiszuckerberg

(= der Himmel), wo mal alles besser sein soll als in der Gegenwart. Dieser Vorwurf der Vertröstung ist unberechtigt. Paulus weiß sehr wohl, wie groß Leiden in dieser Welt sein können. Es selbst war mehrfach inhaftiert und ist am Ende hingerichtet worden. Er verschweigt die Leiden nicht. Aber er hält fest: so schlimm das eine oder andere auch sein mag: Gottes Herrlichkeit ist größer und kennt keine Grenzen. Wenn das, was wir hier als so schlimm erleben, gegenüber dieser Herrlichkeit Gottes nicht ins Gewicht fällt, wie herrlich muss sie dann erst sein? Das ist das Zentrum des christlichen Glaubens. Wenn wir als christliche Gemeinde nicht mehr diese Hoffnung haben, was dann?

Die Hoffnung auf die Herrlichkeit Gottes und unsere Aussicht an ihr teilhaben zu dürfen, halten wir uns wach. Heute und alle Tage. Bleiben Sie in dieser Hoffnung behütet.

Es grüßt Sie ganz herzlich,

Ihr Pfarrer Christian Schubert

(Kirchennachrichten FEB/MÄRZ laden)