Termine / Veranstaltungen - Auf einen Blick

Keine Einträge gefunden
 

KIRCHENNACHRICHTEN

                   

Juni 2021   / Juli 2021                          

für die Gemeinden St.- Bartholomäus und Luther in Waldenburg, Franken, Schlagwitz, Schwaben, Dürrenuhlsdorf, Ziegelheim, Niederwinkel und Oberwinkel / Ebersbach

Monatsspruch Juni 2021

Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.  (Apostelgeschichte 5, 29)

 Titelbild

„Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.“ Dieser Satz, mit dem sich Petrus vor dem Hohen Rat in Jerusalem verteidigt, hat es in sich. Er enthält Sprengstoff. Er kann leicht für alles Mögliche gebraucht und auch missbraucht werden. Er wurde nicht selten dazu benutzt, Gewalt im Namen der Religion zu rechtfertigen.

Für Petrus und seine Freunde ist der Gedanke an Gewalt völlig ausgeschlossen. Sie sind erfüllt vom Heiligen Geist, und die Begeisterung für Jesus drückt sich darin aus, dass sie offen davon erzählen, was sie mit ihm erlebt haben und was er ihnen bedeutet. Damit ecken sie an. Damit machen sie sich unbeliebt, aber sie können nicht schweigen von dem, was in ihren Herzen groß geworden ist.

Gehorchen beginnt mit Horchen – mit dem Hören auf das, was Gott uns in seinem Wort sagt. In vielen Punkten ist völlig klar, was Gott von uns erwartet. Da sind die Hinweise in seinem Wort ganz eindeutig, und es geht nur noch darum, ob wir bereit sind zu tun, was uns aufgetragen ist. In anderen Bereichen stehen wir zuweilen vor schwierigen Entscheidungen. Wir müssen gründlich überlegen, uns beraten lassen, abwägen und Prioritäten setzen. Gott gehorchen bedeutet nicht, den Verstand auszuschalten. Von Petrus und den Aposteln können wir lernen, dass es klug ist, eine Grundsatzentscheidung zu treffen, bevor es um konkrete Schritte geht. Sie haben genau das getan. Sie haben dem Heiligen Geist Raum gegeben. Sie haben sich ihm zur Verfügung gestellt. Sie haben ihm ihr Herz geöffnet.

Wenn wir das tun, beginnt Gott, unser Gewissen zu formen und zu schärfen. Es wächst ein natürliches Empfinden für gut und böse in uns. Gehorchen beginnt mit Horchen. Wir werden lernen, Gottes Stimme herauszuhören aus den vielen anderen Stimmen, die uns beeinflussen wollen. Dabei müssen wir darauf eingestellt sein, dass Gott nicht immer nur das sagen wird, was wir gern hören wollen. Gehorsam gegenüber Gott kann Unannehmlichkeiten nach sich ziehen. Aber wir können letztlich nicht für uns behalten, was Jesus in unser Herz gelegt hat, auch wenn wir damit manchmal Unverständnis und Kopfschütteln ernten. Gott mehr gehorchen als den Menschen, das erfordert Mut. Aber eins steht fest: Gehorsam wird bei Gott immer belohnt.

Es grüßt Sie herzlich

Pfarrer Ulrich Becker

                                                                                                                           

KIRCHENNACHRICHTEN

                    aprila

April 2021   / Mai 2021                          

für die Gemeinden St.- Bartholomäus und Luther in Waldenburg, Franken, Schlagwitz, Schwaben, Dürrenuhlsdorf, Ziegelheim, Niederwinkel und Oberwinkel / Ebersbach

 Titelbild

Ostern

Ich komme eben aus dem Gottesdienst. Grundlage der heutigen Predigt war Paulus, Verse aus dem Epheserbrief:

„So ahmt nun Gott nach als geliebte Kinder und wandelt in der Liebe, wie auch Christus uns geliebt hat und hat sich selbst für uns gegeben als Gabe und Opfer, Gott zu einem lieblichen Geruch.“

Worte, die mir noch lange nachgehen. Worte, die wir uns gerade in der jetzigen Zeit immer wieder vergegenwärtigen sollten.

Es ist März, der Frühling kündigt sich an. Überall wird er herrlich sichtbar. Die Sonne steht schon etwas höher und ihre Strahlen wärmen ab und zu schon recht gut. Die ersten Frühlingsblüher schauen aus der Erde. Und dann dieser Duft, der die Luft erfüllt – Gottes lieblicher Duft, der nicht nur durch die Nase erkennbar wird, sondern auch und vor allem mit dem Herzen.

Für uns Christen ist das eine heilige Zeit. Heilig ist das, was der Welt entzogen ist, worüber die Welt keine Macht hat – sie gehört ganz Gott und ganz uns.

Ostern zeigt uns, dass wir Gottes geliebte Kinder sind.  Die Strahlen seiner Liebe wärmen. Sie wärmen, auch wenn die Sonne mal nicht scheint. Sie strahlen und wärmen, weil er uns bis in den Tod geliebt hat und er uns weiterhin liebt – ohne Wenn und Aber.

Umgeben von der unglaublichen Liebe Jesu, die sich in so vielen, oft ganz kleinen Dingen zeigt, entwickelt sich das Bedürfnis, Gott für seine Liebe zu danken. Versuchen wir doch einmal, zu duften. Versuchen wir Jesu Liebe nachzuahmen und damit Gott zu einem lieblichen Geruch zu werden. Ich glaube, darüber würde er sich freuen:)

Es grüßt Sie herzlich

Prädikantin Marion Wolf

                                                                                                                           

KIRCHENNACHRICHTEN

                    Januar 2021   / Februar 2021                          

für die Gemeinden St.- Bartholomäus und Luther in Waldenburg, Franken, Schlagwitz, Schwaben, Dürrenuhlsdorf, Ziegelheim, Niederwinkel und Oberwinkel / Ebersbach

 Titelbild

Gedanken zur Jahreslosung 2021

Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist.

Barmherzigkeit gehört zu den Grundwerten des christlichen Glaubens. Das ist uns zur Selbstverständlichkeit geworden. Das Wort geht uns leicht über die Lippen, aber nicht immer ist uns bewusst, was für ein hoher Anspruch damit verbunden ist. Jesus sagt ja: Eure Barmherzigkeit wird an der Barmherzigkeit des Vaters im Himmel gemessen.

Barmherzigkeit ist Herzenssache, auch für Gott selbst. Immer dann, wenn er uns in der Bibel in sein Herz schauen lässt, wird dieser Punkt hervorgehoben, so etwa im Psalm 146. Dort heißt es: „Er ist der Herr, der Recht schafft denen, die Gewalt leiden; der die Hungrigen speist. Der Herr macht die Gefangenen frei. Er macht die Blinden sehend. Der Herr richtet auf, die niedergeschlagen sind. Der Herr behütet die Fremdlinge und erhält die Witwen und Waisen.“  

Gott zeigt uns sein Herz, das voller Erbarmen ist über die, die es schwer haben. Sie werden im Einzelnen aufgezählt. Gott hat sie alle im Blick:  die Gewalt leiden, die hungrig sind oder gefangen, die fremd oder auf der Flucht sind, die verwitwet oder verwaist sind. Dieses Bild zeichnet Gott von sich selbst, und dieses Bild sollen wir denen, die Gott noch nicht kennen, vermitteln. Gott hat ein Herz für die Armen und Benachteiligten. Er möchte in einem Atemzug genannt werden mit denen, die ganz unten sind – deshalb hat er auch die Krippe und das Kreuz gewählt.

Wenn die Gemeinde von Jesus sich als Ort von Barmherzigkeit erweist, dann horcht die Welt auf. Das war schon in der allerersten Zeit so, und es ist bis heute so. Wenn die Leute eine mit sich selbst beschäftigte Gemeinde sehen, passiert gar nichts. Zeitgenossen, die sich um sich selber drehen, kennt jeder zur Genüge. Aber wenn sie eine Gemeinschaft von Menschen erleben, die entschlossen zupacken, die mit Sachverstand helfen, die großzügig sind und fröhlich etwas von ihrer Zeit verschenken, dann horchen sie auf. Und deshalb ist es von entscheidender Bedeutung, dass die Menschen, die in Kontakt mit unseren Gemeinden kommen, Barmherzigkeit spüren. Nur dann dürfen wir hoffen, dass sie sich auch für das Evangelium öffnen.

Aber ehe so eine Außenwirkung eintritt, muss die Sache mit der Barmherzigkeit auch im Inneren einer Gemeinde klar sein. Es fängt bei uns an. Wo wir für  uns entscheiden, diesem Grundsatz zu folgen, hat das ganz praktische Auswirkungen.

Gott sucht nicht Menschen, die elegant alle Fehlerquellen des Lebens umgehen, sondern er sucht Menschen, die barmherzig sind mit sich selbst und mit ihren Mitmenschen; die nicht andere richten oder gar hinrichten, sondern sich selber ausrichten auf den barmherzigen Vater im Himmel. Was wir auf dem Weg des Glaubens immer wieder neu lernen müssen ist nicht, fehlerlos zu werden, sondern unsere Fehler loszuwerden bei ihm, dem barmherzigen Vater.

Ein gesegnetes Jahr 2021 wünscht Ihnen Ihr Pfarrer Ulrich Becker

KIRCHENNACHRICHTEN

                     Dezember 2020   / Januar 2021                             

für die Gemeinden St.- Bartholomäus und Luther in Waldenburg, Franken, Schlagwitz, Schwaben, Dürrenuhlsdorf, Ziegelheim, Niederwinkel und Oberwinkel / Ebersbach

 Titelbild

Liebe Gemeinde -

Alle Jahre wieder – fröhliche Weihnacht überall....

Sicher haben Sie bemerkt, dass ich zwei bekannte Weihnachtslieder als Überschrift für die Andacht zusammengefasst habe. In diesen Tagen beginnt die Adventszeit und die Weihnachtstage schließen sich an. Aber im Jahr 2020 ist vieles anders: Die Corona Pandemie macht uns allen seit Monaten sehr zu schaffen und ein Ende ist noch immer nicht abzusehen.                                                                                                     

 Nun fällt in diese momentane Tragik die besinnliche Zeit des Jahres hinein. Und wir alle fragen uns: “Können wir Weihnachten feiern - wie alle Jahre wieder? Zu Hause mit Familie und Freunden, in den Kirchen mit Christvespern und Krippenspielen?“ Damit verbunden ist die Sorge um die eigene Gesundheit und die der Angehörigen in Nah und Fern.   Nichts ist mehr so wie es war: Fragen über Fragen. Viele Pläne und Vorhaben wurden und werden verworfen, abgeändert, gestrichen. Worauf kann man sich noch verlassen?  In dieser „Hilflosigkeit“ suche ich nach Halt und Bestand und Gewissheit. Ich möchte Advent und Weihnachten und die damit verbundene Hoffnung auf das Kommen Gottes in Jesus Christus nicht auf das Abstellgleis schieben.   Advent bedeutet: Es gibt trotz allem eine planmäßige Ankunftszeit. Das klingt wie eine Ansage im Lautsprecher eines Bahnhofes... Was werden wir in diesen Tagen und Wochen sein – eine Lok, die zieht oder schiebt? Oder Packwagen, in dem andere ihr Gepäck, ihre Lasten und ihre Pakete befördern lassen? Oder Schlafwagen, Liegewagen für lange (Durst-) Strecken? Übereinander geschichtet, aufeinander angewiesen auf engem Raum? Oder Speisewagen, in dem mehr gegessen und getrunken wird, als es notwendig ist? Oder ein Reisewagen, in dem wir sitzend oder stehend, froh oder traurig, allein oder in Gemeinschaft, gegenseitig rücksichtsvoll oder rücksichtslos ein Stück unseres Weges fahren?

Mein Wunsch ist es, das wir in diesen unruhigen Wochen Stunden der Besinnung und des Nachdenkens brauchen und hoffentlich auch finden. In der Musik, in einem Buch, in einem guten Gespräch...   Denn eines ist klar: Trotz Corona, trotz aller Dunkelheiten im Leben - wie immer sie auch heißen mögen – leuchtet die Weihnachtsbotschaft unbeschadet und hell in unsere Welt hinein. Dieses Licht ist ein wahrer Lichtblick für alle Menschen und befindet sich nicht in Quarantäne!            Im Gegenteil:  Gott steht auch in diesem Jahr vor der Tür unseres Lebens und bittet uns:  Mach deine Tür auf! Ich möchte gerne eintreten in dein Leben, in den Alltag, in deinen Kummer, in deine Sorgen. Ich möchte gerne eintreten als dein Helfer und als dein Erlöser. Ich möchte mit dir in guter Gemeinschaft leben. Fürchte dich nicht!

Frohe und gesegnete Advents- und Weihnachtstage sowie Gesundheit und Zuversicht für das neue Jahr 2021 wünscht

Pfarrer Heinz Schmiedel.



KIRCHENNACHRICHTEN

                     Oktober 2020   / November 2020                            

für die Gemeinden St.- Bartholomäus und Luther in Waldenburg, Franken, Schlagwitz, Schwaben, Dürrenuhlsdorf, Ziegelheim, Niederwinkel und Oberwinkel / Ebersbach

 Titelbild
Monatsspruch Oktober:

Sucht der Stadt Bestes und betet für sie zum Herrn; denn wenn es ihr wohl geht, so geht es euch auch wohl.  (Jeremia 29, 7)

Ulrich Becker 100


 

Liebe Leserinnen und Leser,

Wie im falschen Film – so fühlen wir uns, wenn unsere Lebensumstände sich verändern und wir Mühe haben, Schritt zu halten; wenn die Entwicklungen uns überrollen und wir kaum folgen können.

Seit einem halben Jahr hat sich unser Leben in vieler Hinsicht verändert. Wir tragen Masken, halten Abstand und verzichten auf Begegnungen und Festlichkeiten. Und ständig begleitet uns die Sorge, vielleicht einen Fehler zu machen oder eine neue Regel zu übersehen. Wir haben Mühe, uns zurechtzufinden.

Wie im falschen Film – so fühlten sich die Israeliten im babylonischen Exil. Sie sind an einem Ort, den sie sich nicht selbst ausgesucht haben. Sie wehren sich innerlich gegen ihre neue Umgebung. Sie fühlen sich fremd und verunsichert. Sie wünschen sich, dass alles wieder so sein soll wie vorher.

Vom Propheten Jeremia ist ein Brief überliefert, den er an die Menschen im fremden Land geschrieben hat. Darin heißt es: „Sucht der Stadt Bestes und betet für sie zum Herrn, denn wenn es ihr wohlgeht, so geht es euch auch wohl.“ 

In den Gedanken Jeremias sehe ich Orientierungshilfen für unsere Situation. Er sagt ganz offen: Ja, es ist eine Krise. Sie wird länger dauern als ihr denkt. Stellt euch darauf ein und schaut nicht nur zurück.

Wir sind dabei  zu lernen, dass die Krise zu unserem Leben gehört. Es wird dauern, und wir müssen Wege finden, damit gut umzugehen. Wie feiern wir Gottesdienst, wenn wir Abstand halten sollen? Singen mit Mundschutz? Oder besser gar nicht singen? Sich herzlich begrüßen ohne sich anzufassen - wie geht das? Wir werden auf längere Zeit neue Verhaltensweisen einüben müssen und uns daran gewöhnen.

Jeremia legt seinen Lesern ans Herz: Bringt diese Krise und alles, was damit zusammenhängt, vor Gott. Zerbrecht euch nicht ständig den Kopf darüber, wer schuld ist an der Misere, sondern versucht, das Beste daraus zu machen: „Sucht der Stadt Bestes.“

Der Brief endet mit dem tröstlichen Gedanken, dass die schlimme Zeit nicht ewig dauern wird. Und so war es dann auch. Nach drei Generationen durften die Juden in ihre Heimat zurückkehren – aber es war keine Rückkehr ins alte Leben. Sie hatten inzwischen neue Wege gefunden, ihren Glauben zu leben. An die Stelle des Tempels mit seinen Tieropfern trat der Gottesdienst in der Synagoge mit Gebet und Schriftlesung. Als sie bereit waren, die veränderte Situation anzunehmen, waren sie wieder im richtigen Film – aber der hatte ein  neues Drehbuch.

Ich glaube, es kommt nicht in erster Linie darauf an, dass wir die Krise so schnell wie möglich hinter uns bringen, sondern dass wir uns an Gottes Kompass neu orientieren: „Sucht der Stadt Bestes und betet für sie.“

Es grüßt Sie herzlich   Ihr Pfarrer Ulrich Becker