Termine / Veranstaltungen - Auf einen Blick

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KIRCHENNACHRICHTEN

                     April 2020   / Mai 2020                            

für die Gemeinden St.- Bartholomäus und Luther in Waldenburg, Franken, Schlagwitz, Schwaben, Dürrenuhlsdorf, Ziegelheim, Niederwinkel und Oberwinkel / Ebersbach

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Ulrich Becker 100

Lutherkirche Waldenburg am 15. März 2020

 

Sonntag, 10.00 Uhr – ein merkwürdiger Anblick: Altar und Taufstein sind geschmückt, Lieder sind angesteckt, alles ist vorbereitet, aber die Kirche ist menschenleer. Wir mussten den Gottesdienst kurzfristig absagen und die Taufe verschieben.  Um die Ausbreitung des Coronavirus so weit wie möglich zu unterbinden, hat die sächsische Landeskirche die Gemeinden aufgefordert, auf Zusammenkünfte aller Art bis auf weiteres zu verzichten. Das ist ein großes, aber notwendiges Opfer, denn wir Christen brauchen die Gemeinschaft der Schwestern und Brüder, wir brauchen die Feier des Heiligen Abendmahls und das gemeinsame Hören auf Gottes Wort. Vielleicht wird uns aber gerade durch diesen Verzicht bewusst, dass uns etwas Wesentliches fehlt, wenn wir nicht im Gottesdienst und in den Gruppen und Kreisen zusammenkommen können, und es entsteht ein neuer Hunger und eine neue Sehnsucht nach der Gemeinde und dem Wort Gottes.

Das Virus hat erhebliche Auswirkungen auf unseren Alltag und unsere Beziehungen. Unsere Mitmenschlichkeit wird ernsthaft auf die Probe gestellt. Unser gewohntes Gemeindeleben, die Osterzeit, möglicherweise auch die Konfirmationsfeiern sind betroffen. Im Augenblick ist völlig ungewiss, wann wir zur Normalität zurückkehren können. Deshalb stehen alle Termine in diesen Kirchennachrichten unter Vorbehalt. Die Verunsicherung ist groß. Die Kirchenvorstände bemühen sich, schnell auf die Entwicklung der Lage zu reagieren und verantwortlich zu entscheiden.

Wenn im alten Israel das Leben aus den Fugen geriet, weil eine Krise über das Land kam, dann wurden solche Ereignisse immer auch als Weckruf von Gott verstanden, als Ruf zur Umkehr. Beim Propheten Jesaja heißt es im 26. Kapitel: „Wir warten auf dich, HERR, auch auf dem Weg deiner Gerichte. Denn wenn deine Gerichte über die Erde gehen, so lernen die Bewohner des Erdkreises Gerechtigkeit.“

Der Prophet ist von der Gewissheit getragen, dass auch Gottes Gerichtshandeln aus seiner Liebe kommt. Gott ruft sein Volk aus vermeintlichen Sicherheiten heraus zu neuem Vertrauen auf ihn allein. Die Corona-Krise zeigt uns, dass wir die Dinge nicht im Griff haben und dass unsere Sicherungssysteme nicht sehr tragfähig sind, und wir können uns auch nicht mehr Sicherheit verschaffen, indem wir uns große Vorräte anlegen.

Wir müssen bekennen, dass wir im Alltag selten nach Gott fragen, solange keine größeren Probleme auftauchen. Gott ruft uns zu sich – durch seine Wohltaten ebenso wie durch sein ernstes Reden - weil er uns unendlich liebt und weil es letzte Sicherheit nur in der Bindung an ihn gibt.

Natürlich müssen wir in diesen Tagen besonders vorsichtig sein und die Hygienevorschriften ernst nehmen.  Aber vor allem und in erster Linie gilt:

Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit. (2.Timotheus 1,7)

Es grüßt Sie herzlichst

Ihr Pfarrer Ulrich Becker

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KIRCHENNACHRICHTEN

                     Februar 2019   / März 2020                            

für die Gemeinden St.- Bartholomäus und Luther in Waldenburg, Franken, Schlagwitz, Schwaben, Dürrenuhlsdorf, Ziegelheim, Niederwinkel und Oberwinkel / Ebersbach

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Ulrich Becker 100

Ich glaube – hilf meinem Unglauben!

 

Hin- und hergerissen zwischen Glauben und Unglauben – jeder, der ernsthaft nach Gott fragt, kennt diese Erfahrung. Manchmal fällt es uns leicht, Jesus in allen Dingen zu vertrauen, und manchmal überwiegen die Zweifel, und der letzte Rest von Glauben verflüchtigt sich.

Der Evangelist Markus erzählt, wie ein verzweifelter Vater zu Jesus kommt und ihn um Hilfe für seinen kranken Sohn bittet. Er hat schon vieles versucht und ist immer wieder enttäuscht worden. Jesus ist seine letzte Hoffnung. Er weiß nicht genau, was er von Jesus erwarten kann, aber er ist entschlossen, alles auf diese eine Karte zu setzen.

Dieser Vater schätzt seinen Glaubensstand nicht sehr hoch ein, aber das spielt für Jesus keine Rolle. Er schaut nicht auf das, was fehlt, sondern auf das, was da ist. Er fragt nicht danach, welche Voraussetzungen dieser Mann erfüllt, sondern öffnet ihm sein erbarmendes Herz.

„Ich glaube – hilf meinem Unglauben.“ Wer so betet, spricht ein Bekenntnis aus – ein Glaubensbekenntnis. Er erwartet, dass Jesus mehr tun kann als jeder andere. Wer so betet, der weiß aber auch, dass er in der Schule des Glaubens noch einige Lektionen vor sich hat, und er ist bereit, sich in dieser Schule anzumelden.

Und genau das will uns die Jahreslosung ans Herz legen: Egal, auf welchem Stand unser Glaube ist – wir sollen uns bewusst machen, dass da noch Luft nach oben ist. Und dann ist es unsere Sache, die Quellen aufzusuchen, wo wir neue Anregungen und Hilfen für unseren Glauben empfangen können. Der Glaube wächst, wenn er gut ernährt wird.

 „Ich glaube  -  hilf meinem Unglauben“ – es beginnt damit, dass wir uns vor Jesus ehrlich machen; dass wir ihm unsere Glaubensprobleme erzählen. Er wird uns keine Vorwürfe machen, sondern uns behutsam an die Hand nehmen und uns ermutigen, den nächsten Glaubensschritt zu gehen. 

Letztlich können wir den Glauben nicht selbst erzeugen. Er wird uns geschenkt – von Jesus. Unsere Sache ist es, dorthin zu kommen, wo er anzutreffen ist und austeilt – und das ist immer in erster Linie die Gemeinde.

Mit herzlichen Segenswünschen für das Jahr 2020

Ihr Pfarrer Ulrich Becker

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KIRCHENNACHRICHTEN

                     Oktober/November 2019                                

für die Gemeinden St.- Bartholomäus und Luther in Waldenburg, Franken, Schlagwitz, Schwaben, Dürrenuhlsdorf, Ziegelheim, Niederwinkel und Oberwinkel / Ebersbach

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 Ulrich Becker 100
Vor zwei Jahren wurde mit großem Aufwand das 500jährige Reformationsjubiläum begangen. Die Medien informierten ausführlich über Martin Luther und sein Werk und in den Kirchen fanden zahlreiche Festveranstaltungen statt. Was ist davon geblieben?

Was wir Martin Luther zu verdanken haben, ist sein leidenschaftliches Eintreten für das Wort Gottes, sein Kampf gegen die Aufweichung und die Verfälschung der biblischen Botschaft. Er hat uns ein frohmachendes, befreiendes Erbe mitgegeben, an dem wir unbedingt festhalten sollen: Wir haben einen gnädigen Gott, der nicht unser Verderben, sondern unser Heil will. Jesus Christus, der Gekreuzigte und Auferstandene, ist die Mitte unseres Glaubens. Wer ihm vertraut, kann aufatmen und Frieden mit Gott finden. Wer Zuflucht zum Kreuz nimmt, muss vor Gott keine Angst haben.

Das ist der Kern des Evangeliums, das Martin Luther wiederentdeckt und unermüdlich verkündigt hat. So war er ein Wegweiser im Glauben. Was machen wir mit diesem Erbe? 

Natürlich brauchen wir solche Wegweiser. Aber es wäre unsinnig, den Wegweiser zu verehren. Wegweiser weisen von sich weg. Reformation ist nicht in erster Linie ein Fest der Erinnerung, schon gar nicht eine Huldigungsveranstaltung von Luther-Verehrern, sondern ein bleibender Anstoß. Die Erneuerung der Kirche und die Erneuerung des einzelnen Christen ist niemals abgeschlossen. Denn das neue Leben, das Gott uns schenkt, neigt dazu, immer wieder in die alten Bahnen zurückzufallen. Die feste Bindung an Jesus Christus, den tragenden Grund, muss deshalb ständig erneuert werden. Das gilt für jeden einzelnen Christen ebenso wie für die Kirche als Ganze.

Wenn wir Martin Luther nur verehren und dabei selbst die Alten bleiben, gehen wir am Sinn des Reformationsgedenkens vorbei. Luther hat uns den Weg zur aufgeschlagenen Bibel gewiesen, den Weg zum Kreuz, den Weg zu dem festen Grund. Nur wenn wir diesem Weg folgen (und es nicht dabei belassen, an ihn alljährlich zu erinnern),  geschieht Erneuerung – an uns selbst und an der ganzen Kirche.

Es grüßt Sie herzlich

Ihr Pfarrer Ulrich Becker

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KIRCHENNACHRICHTEN

                     August/September 2019                                

für die Gemeinden St.- Bartholomäus und Luther in Waldenburg, Franken, Schlagwitz, Schwaben, Dürrenuhlsdorf, Ziegelheim, Niederwinkel und Oberwinkel / Ebersbach

 
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Monatsspruch August

Geht und verkündet: Das Himmelreich ist nahe.
Mt 10,7

Liebe Menschen im Sommer,

vor einiger Zeit fiel mir der folgende Satz in die Hände: “ Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Frost und Hitze, Saat und Ernte, Sommer und Winter, Tag und Nacht.“ 1.Mose 8,22. Ich las ihn und sagte: „Wie schön, ein Wort für die Bauern!“ Nun lese ich diesen Satz wieder und wieder und merke: Es ist ein Satz für uns alle.                         

Der Zusammenhang ist folgender: Menschen und Tiere aus Noahs Arche können nach der großen, so lange andauernden Flut die Erde wieder trockenen Fußes betreten, „dass sie sich regen und fruchtbar seien.“ Die Katastrophe ist vorbei. Noah opfert Gott zum Dank Brandopfer und dieser Geruch ist Gott lieblich in der Nase und er spricht in seinem Herzen etwa: „… ich kenne euch, aber solange die Erde steht, soll nicht aufhören Frost und Hitze, Saat und Ernte, Sommer und Winter, Tag und Nacht.“ Die Taube trägt den Olivenzweig der Hoffnung in ihrem Schnabel. Mir flößt dieser Satz eine Art Urvertrauen ein.

„Solange die Erde steht“ – ja, die Frage kann einem schon kommen, ob es hier „ewig“ so weitergeht. – „soll nicht aufhören“ – auch der Gedanke, dass etwas aus den Fugen geraten ist mit unserer Erde und unserer Welt, liegt nicht fern, wenn wir uns nur mal kurz umhören. Und ob „es“ noch „funktioniert“, z.B. mit dem Regnen, dass können wir nach Wochen ungewohnter Trockenheit schon mal fragen. Aber wir können auch versuchen, zu verstehen, dass wir in Deutschland oder Europa nur ein kleiner Teil der Erde sind, der, wie Alles auf der Welt, auch der Veränderung unterliegt. Mir fällt gerade die Geschichte von Josef ein, der in seinem Landstrich in den 7 fetten für die 7 mageren Jahre vorsorgte. Unser Problem ist, dass wir die Zusammenhänge oft erst von hinten her verstehen.

Aber ich schweife ab: „ … Frost und Hitze, Saat und Ernte, Sommer und Winter, Tag und Nacht.“ In diesen Rhythmen befinden wir uns, wir sind geradezu geborgen in der Ordnung, die Gott gab. Zum Wachsen und Gedeihen. Wir frieren und schwitzen und mittendrin sind wir ganz wohl im Gemäßigten. Wir säen und ernten, wir warten, hoffen, hegen und pflegen, hoffentlich in wacher Verantwortung, wir arbeiten uns ab und sind oft zufrieden dabei. Der Takt von Sommer und Winter, von Tag und Nacht gibt uns Raum und Zeit zum Aufleben und zum Zurückziehen, zum Zurückschauen, zum Schlafen und zum Träumen von  Morgen. – Geborgen im geschenkten Wiegeschritt des Nicht-Aufhörens. Liebe Sommermenschen, lasst uns vertrauen, dass Gott seine Erde nicht im Stich lässt, denn er sprach es in seinem Herzen  zu sich, für uns.                                                  

Ihre Astrid Sander

 

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KIRCHENNACHRICHTEN

                     Juni/Juli 2019                                

für die Gemeinden St.- Bartholomäus und Luther in Waldenburg, Franken, Schlagwitz, Schwaben, Dürrenuhlsdorf, Ziegelheim, Niederwinkel und Oberwinkel / Ebersbach

 
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Monatsspruch Juni:

O hätte ich Flügel wie Tauben, dass ich wegflöge und Ruhe fände! (Psalm 55,7)

Pfarre Schubert

Liebe Gemeinde!

 

Merken Sie es schon? Die Temperaturen steigen merklich an, die Tage könnten länger kaum sein: alles läuft auf den Sommer zu. Die Wochen vor den Sommerferien sind für viele oft vollgepackt. Auf Arbeit gibt es viel zu tun, überall gibt es Feste, bei denen man vorbeischauen möchte. Der Kalender ist voll. Doch spätestens wenn im Juli die Sommerferien beginnen, wird alles ruhiger. Auf den Straßen ist weniger los. Zumindest in meinem Arbeitszimmer klingelt das Telefon in der Regel weniger. Die Menschen nehmen sich eine Pause. Es ist Urlaubszeit. Eine Auszeit vom oft als stressig empfundenen Alltag.

Wir können dankbar sein, dass wir diesen Luxus einer Auszeit genießen können. Dabei verschafft uns Gott selbst diesen Luxus. Die Bibel berichtet schon von der Schöpfung, dass Gott am siebten Tag ausruhte. Auszeit soll also sein, durch göttlichen Willen. Der Psalmbeter aus Psalm 55 will am liebsten mit Flügeln ausgestattet sein, um alles, was ihn belastet und bedrängt, so schnell wie möglich hinter sich lassen zu können.

Beschäftigt sein ist gut, aber nicht immer. Wer wieder etwas geben will, muss vorher auch Kraft tanken. Ansonsten überschätzt man seine eigenen, endlichen Kräfte und brennt aus. Man kann sogar soweit gehen zu sagen: ansonsten überhebt man sich gegenüber Gott, der ja schon in der Schöpfungsgeschichte Ruhezeiten vorgegeben hat.

Eine Auszeit führt in die Freiheit und Weite Gottes hinaus. Von so mancher Pflicht enthoben, haben wir Gelegenheit, Zeit mit uns lieben Menschen zu genießen, den eigenen Motor runterzufahren und auch den eigenen Stand vor Gott zu überdenken: Wer bin ich? Wofür will ich meine Kraft nutzen? Wohin führt mich Gottes Weg? Der Alltag lässt oft keinen Raum dafür. Also: gönnen Sie sich eine Auszeit und genießen Sie sie. Wir haben gute Gründe dafür, zu glauben, dass Gott sich daran freut.

 

Eine gesegnete Zeit wünscht Ihnen

Ihr Pfarrer Christian Schubert

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