KIRCHENNACHRICHTEN

                     Juni 2018 und Juli 2018                                

für die Gemeinden St.- Bartholomäus und Luther in Waldenburg, Franken, Schlagwitz, Schwaben, Dürrenuhlsdorf, Ziegelheim, Niederwinkel und Oberwinkel / Ebersbach

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Vergesst die Gastfreundschaft nicht; denn durch sie haben einige, ohne es zu ahnen, Engel beherbergt.

(Hebr 13,2)

 

Liebe Gemeinde,

Pfarre Schubertdiese Worte schreibt uns der Monatsspruch für den Juni ins Stammbuch. Am Ende des Hebräerbriefes gibt es einige Ermahnungen, die die christlichen Gemeinden unbedingt halten sollen. Die Gastfreundschaft gehört dabei ohne wenn und aber dazu. Denn wer weiß schon, wer vor einem sitzt? Es könnte ja eine hochgestellte Persönlichkeit sein. Oder vielleicht sogar ein Engel!

Das Bild auf der Titelseite zeigt uns sogar noch mehr. Rembrandt hat es im Jahr 1648 gemalt. Drei Männer sitze

 

n an einem Tisch, ein vierter bringt etwas herzu. Einer von ihnen ist eingeladen worden, einfach aus Gründen der Gastfreundschaft. Es war Abend geworden und man konnte den Fremden doch nicht einfach so weiterreisen lassen ohne Rast und Ruheplatz. Doch wie sich herausstellte, war er kein Fremder. Ihn umgibt eine Aura von Licht. Einen noch höheren Gast kann man sich gar nicht vorstellen. Das Bild heißt „Christus in Emmaus“ und führt uns diese Ostergeschichte vor Augen, die dem Evangelisten Lukas so wichtig war. Der Fremde, mit dem man ein Stück gegangen ist, ist kein Geringerer als der Auferstandene selbst. Er kehrt auch in das Haus derer ein, die mit ihm nicht mehr gerechnet haben.

Jesus Christus kehrt ein. Und nicht nur in unsere Kirchen und Kapellen am Sonntag. Jeden Tag kann es passieren. Er kommt zu uns, in unser Haus. Er sitzt im Bus neben uns. Er schaut uns aus einer Menschenmenge heraus an, vielleicht bemerken wir seinen Blick nicht einmal. Und doch ist er Begleiter unseres Lebens. Wir sollen gewappnet sein für seine Gegenwart. Unser Verhältnis zu ihm zeigt sich auch in dem Verhältnis zu unseren Mitmenschen. Sind wir ihnen gegenüber gastfreundlich oder abweisend? Lassen wir sie zu uns ein oder bleiben wir unberührt?  Denn einen Menschen zu sich einzulassen kann bedeuten, schon den ersten Schritt dazu zu machen, Christus in das eigene Herz zu lassen. Verlieren kann man dabei nicht. Denn Segen kommt zurück.

Es grüßt Sie herzlich,

Ihr Pfarrer Christian Schubert

 

 

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KIRCHENNACHRICHTEN

                     April 2018 und Mai 2018                                

für die Gemeinden St.- Bartholomäus und Luther in Waldenburg, Franken, Schlagwitz, Schwaben, Dürrenuhlsdorf, Ziegelheim, Niederwinkel und Oberwinkel / Ebersbach

Titelbild 04 2018

Liebe Gemeinde,

Ulrich Becker 100
Am Ostseestrand lässt ein Junge bei schönem Wetter seinen Drachen steigen. Er benutzt eine sehr lange Schnur, und als die Schnur völlig abgerollt ist, sieht man von dem Drachen nichts mehr. Er ist bis in die Wolken hinein geschwebt. Da kommt ein Spaziergänger den Strand entlang und fragt den Jungen, was er da macht. „Ich lasse meinen Drachen steigen“, sagt der Junge stolz. „Aber ich sehe überhaupt keinen Drachen“, wendet der Mann ein. „Ich sehe ihn auch nicht“, antwortete der Junge. „Aber ich weiß, dass er da ist. Denn ich fühle, wie er zieht.“

So wie es dem Jungen mit dem Drachen geht, geht es uns oft mit Gott. Wir können ihn zwar nicht sehen, aber wir können spüren, wie er uns zieht. Auf ganz unterschiedliche Weise kann Gott uns zeigen, dass er uns lieb hat und dass er uns gern bei sich haben  möchte. Das kann ein Bibelwort sein, das uns plötzlich ganz neu anspricht; oder eine liebevolle Geste eines Mitmenschen; oder eine wunderbare Bewahrung in einer Gefahrensituation; oder ein mutmachender Anruf in einer Krisenzeit. Es kann aber auch ein ernstes, einschneidendes Ereignis sein, das uns zu tieferem Nachdenken oder ins Gebet treibt. Man kann für solche Ereignisse immer auch andere Erklärungen finden, aber oft wird uns im Nachhinein klar: das kann kein Zufall gewesen sein. Hier hat Gott an mir gezogen. Gott sehnt sich danach, uns bei sich zu haben – und er setzt alle Hebel in Bewegung, damit das gelingt.

Zu Christi Himmelfahrt erinnern wir uns daran, dass Jesus in die himmlische Welt Gottes zurückgekehrt ist. Für die Jünger von Jesus war es damals eine schockierende Nachricht, als sie davon erfuhren, dass Jesus sie verlassen würde, um seinen Platz im Himmel einzunehmen. Und Jesus tröstete sie, indem er ihnen erklärte: „Wenn ich erhöht werde von der Erde, so will ich alle zu mir ziehen.“

Dort, wo Jesus jetzt ist, sollen wir einmal hinkommen. Wir werden erwartet in der himmlischen Welt. Und weil Jesus uns liebend gern bei sich haben möchte, hört er nicht auf, an uns zu  ziehen.  Darum ist es wichtig, dass  wir die Verbindung zu Gott nicht abreißen lassen - im Bild gesprochen: dass wir den Faden des Glaubens nicht loslassen.

Natürlich können wir Gott nicht, wie einen Drachen am Faden, zu uns herunterziehen. Aber er ist ja von selbst gekommen. Er ist Mensch geworden – und er hat uns das Ende des Fadens gebracht. Wir müssen es nur festhalten und mitgehen.

Es grüßt Sie herzlich

Ihr Pfarrer Ulrich Becker

 

 

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KIRCHENNACHRICHTEN

                     Februar 2018 und März 2018                                 

für die Gemeinden St.- Bartholomäus und Luther in Waldenburg, Franken, Schlagwitz, Schwaben, Dürrenuhlsdorf, Ziegelheim, Niederwinkel und Oberwinkel / Ebersbach

Titel 2018 02

Liebe Gemeinde,

Wassermangel ist in unseren Breiten und Tagen eigentlich ein Fremdwort. Flüsse und Bäche durchziehen unsere Städte und Dörfer, in denen wir leben. Im Erzgebirge gibt es große Trinkwassertalsperren, in denen das kühle Nass still liegt und nur darauf wartet, nach unten zu fließen und in die Wasserleitungen gepumpt zu werden. Ein Griff am Wasserhahn macht es möglich und wir haben das lebensnotwendige Wasser in der Hand.

Eine komfortable Situation. Richtiger Durst ist angesichts dessen kaum vorstellbar. Aber doch kann es ganz schnell gehen. Bei einer Wanderung mit den Vorräten verkalkuliert und schon ist er da. Eine Talsperre durch Öl verunreinigt – eine kaum zu erdenkende Katastrophe, was das für Durst auslösen könnte.

Natürlich gibt es auch noch anderen Durst als den Durst nach Wasser. Durst spüren auch die, die zwar genügend Wasser zum Trinken haben, deren Leben aber durch alles Mögliche vertrocknet: durch Lieblosigkeit und Gefühlskälte, durch Einsamkeit, durch enttäuschte Erwartungen und, und, und… Wohl jeder macht wohl im Verlaufe seines Lebens mehrere Wüsten- und Dursterfahrungen durch.

Gott kommt zu den Durstigen und hält für sie Wasser bereit. Nicht nur irgendein Wasser, sondern lebendiges Wasser. Wasser was lebendig ist und lebendig macht. Eingetrocknetes beginnt wieder aufzuleben. Gefühlskalte können wieder lieben, Einsame spüren Gemeinschaft, Enttäuschte finden neue Ziele. In diesem Leben und darüber hinaus. Gott schenkt uns dieses lebendige Wasser. Er schenkt sich uns in Jesus Christus, der allen Durst in uns stillen will: den Durst nach Leben, Liebe, Anerkennung, Angenommensein, Hoffnung, Gnade …

In der Hoffnung, dass wir in diesem Jahr viele Quellen des lebendigen Wassers finden und Gott diese Quellen in unserem Leben sprudeln lässt, grüßt Sie ganz herzlich

Ihr Pfarrer Christian Schubert

 

 

 

 

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KIRCHENNACHRICHTEN

DEZEMBER 2017 und JANUAR 2018

für die Gemeinden St.- Bartholomäus und Luther in Waldenburg, Franken, Schlagwitz, Schwaben, Dürrenuhlsdorf, Ziegelheim, Niederwinkel

und Oberwinkel / Ebersbach

 

Ich steh an deiner Krippen hier, o Jesu, du mein Leben;
ich komme, bring und schenke dir, was du mir hast gegeben.
Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn,

Herz, Seel und Mut, nimm alles hin und lass dir’s wohlgefallen.

Titelbild 2017 12


Dieses Lied begleitet mich seit meine

nd ist schon immer mein liebstes Weihnachtslied gewesen. Vielleicht liegt es daran, dass dieses Lied mich vom ersten Satz an mitten in das Weihnachtsgeschehen hineinholt. Beim Hören ur Kindheit u

nd Singen bin ich eingeladen, mich an die Krippe zu stellen, so als wäre ich ein Augenzeuge der Ereignisse im Stall von Bethlehem. Ich darf zuschauen und staunen über das, was da für mich und mit mir geschieht. In dem kleinen Kind in der Krippe begegnet mir der, dem ich mein Leben verdanke.

Wenn wir eine Familie mit einem neugeborenen Kind besuchen, nehmen wir ein Geschenk mit, möglichst etwas Praktisches: etwas zum Anziehen, eine warme Decke oder Spielsachen. Bei diesem Kind ist es anders. Es braucht nichts von mir. Ich brauche alles von ihm. Und ich kann ihm nur das als Dank bringen, was ich von ihm empfangen habe: Geist und Sinn, Herz, Seele und Mut. Damit ist zusammengefasst, was meine Person ausmacht.

Wenn ich Jesus frage, womit ich ihm eine Freude machen kann, dann wird er immer das Gleiche antworten: Ich will nicht etwas von dir. Ich will dich. Die Menschen, die damals an die Krippe kamen, haben das verstanden. Viele Krippendarstellungen zeigen die Hirten und die Weisen in kniender Haltung – in der Haltung der Hingabe.

Der Dichter Paul Gerhardt, der dieses Lied geschrieben hat, wählt für das ganze Lied die Gebetsform. Er belehrt uns nicht, er fordert uns zu nichts auf, sondern lässt uns in sein Herz schauen und Anteil nehmen an der stillen Zwiesprache, die er mit dem Jesuskind hält. Sein ganzes Leben breitet er vor Jesus aus, auch die dunklen Seiten, die er nur als „tiefste Todesnacht“ (Strophe 3) beschreiben kann. Aber er weiß auch: Das Dunkel wird nicht bleiben. Von dem Kind in der Krippe geht ein himmlischer Glanz aus, in den ich mich hineinstellen darf.

 Paul Gerhardt lädt uns mit seinem Lied ein, die Zuschauerperspektive zu verlassen und nahe heranzutreten an den Ort, wo Gott seine Liebe sichtbar und greifbar gemacht hat. Die frohe Botschaft von Weihnachten gilt allen Menschen. Gott schenkt seinen Sohn der ganzen Welt. Aber annehmen kann dieses Geschenk nur jeder für sich.

 

Ich wünsche Ihnen, dass Sie die Zeit finden, an der Krippe zu stehen, still zu werden, zu staunen und zu beten – und dass Sie in diesem Sinn ein gesegnetes Weihnachtsfest feiern können.

 

 Ihr Pfarrer

Ulrich Becker

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KIRCHENNACHRICHTEN

OKTOBER und NOVEMBER

für die Gemeinden St.- Bartholomäus und Luther in Waldenburg, Franken, Schlagwitz, Schwaben, Dürrenuhlsdorf, Ziegelheim, Niederwinkel

und Oberwinkel / Ebersbach

 

 

 Titelbild 10 2017

 

 

Wochenspruch November

Gott spricht: Ich will unter ihnen wohnen und will ihr Gott sein und sie sollen mein Volk sein.

Ez 37,27

Liebe Gemeinde,

nun liegen sie schon fast wieder alle hinter uns: die Gottesdienste zum Erntedankfest in diesem Jahr. Die Kirchen waren wieder schön geschmückt, was man an der Kanzel der St. Bartholomäuskirche in Waldenburg beispielhaft und eindrücklich sehen kann. Viele Früchte und Pflanzen konnte man in den Altarräumen bewundern. Sogar ein Sonnenhut findet sich auf dem Bild. Ein Symbol auch für die Leichtigkeit der Sommerzeit.

Erntedank als Fest der Dankbarkeit vor Gott ist doch jedes Mal wieder ein Höhepunkt für die Gemeinden, in unserer von der Landwirtschaft geprägten Gegend allzumal. Danach stellt sich wieder der Normalzustand ein. Vieles des eben noch schönen Kirchenschmucks wird welk. Den Sonnenhut braucht man nicht mehr, jetzt wo es auf die unwirtliche Zeit des Jahres zugeht. Die Leichtigkeit des Sommers schwindet, wenn die Temperatur kühler, die Witterung feuchter und die Kleidung wärmer wird. Die kürzeren Tage sorgen für mehr Dunkelheit, die Zeitumstellung tut ihr übriges.

Die Dankbarkeit, die im Erntedankfest zum Ausdruck kommt, darf indes weiterreichen. Denn gerade im November, wenn wir wieder im Speziellen auf unsere menschliche Vergänglichkeit geworfen sind, dürfen wir gewiss sein, dass Jesus Christus uns begleitet und uns einmal in die himmlische Herrlichkeit Gottes hinüberführen will. In ihm hat Gott unter uns gewohnt und ist weiter gegenwärtig wie uns der Monatsspruch im November verspricht. Wir dürfen als sein Volk durch die Zeit auf die Ewigkeit zugehen. Das ist der wichtigste Grund, Gott dankbar zu sein. Die Dankbarkeit geht also weiter von der leichten Sommerzeit bis in die unwirtlichen Zeiten des Winters in der Gewissheit der Nähe Gottes und seiner Zuwendung zu uns Menschen. Bleiben Sie auch in der dunkleren Jahreshälfte von Gott behütet.

Es grüßt Sie herzlich,

Ihr Pfarrer Christian Schubert

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