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KIRCHENNACHRICHTEN

                   

Dezember 2021   / Januar 2021                          

für die Gemeinden St.- Bartholomäus und Luther in Waldenburg, Franken, Schlagwitz, Schwaben, Dürrenuhlsdorf, Ziegelheim, Niederwinkel und Oberwinkel / Ebersbach

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Monatsspruch Dezember

Freue dich und sei fröhlich, du Tochter Zion! Denn siehe, ich komme und will bei dir wohnen, spricht der Herr. (Sacharja 2, 14)

Liebe Gemeinde!

Freue dich und sei fröhlich – Aufforderungen dieser Art erreichen uns in der Adventszeit von vielen Seiten. Das Lied von Georg Friedrich Händel „Tochter Zion, freue dich“ hat das Zeug dazu, zum Ohrwurm zu werden. Aber es melden sich bei solchen Worten sofort auch Bedenken. Lässt sich Freude einfach so erzeugen? Kann man auf Kommando fröhlich sein? Die bloße Aufforderung „Freue dich“ ist etwa ebenso hilfreich wie der Rat „Entspann dich“ an jemanden, der gerade vollen Stress hat. Damit bewirkt man oft genau das Gegenteil von dem, was man erreichen will. Der Angesprochene verkrampft sich nur noch mehr – weil er mit aller Kraft entspannen will. 

Nein, man kann die Freude nicht beschließen und verordnen. Sie muss einen Grund haben, sonst wird es Krampf. Und der Prophet Sacharja nennt uns den stärksten Grund, den es gibt: Der Herr kommt und will bei uns wohnen  Wir haben einen Herrn, dem diese Welt nicht egal ist; der nicht irgendwo auf einer Wolke thront und es sich im Himmel gemütlich macht. Sondern wir glauben an einen Gott, der sich hineinbegibt in die Kälte und Härte dieser Welt; der unsere Nähe sucht; der die freudlose, frustrierte und verkrampfte Menschheit besucht und ihr Leben teilt. Diese Freude, die ihren Grund in der liebevollen Zuwendung Gottes hat, hängt nicht von den äußeren Umständen ab. Sie kommt  von innen, und sie kann sich auch dann ausbreiten,  wenn sich außen, um uns herum, viel Unerfreuliches abspielt. Also müssen wir nicht so tun, als hätten wir alles im Griff. Wir brauchen nicht zu leugnen, was uns bedrückt: die Verletzungen, die uns von anderen zugefügt werden; die Trauer um Menschen, die wir sehr vermissen; die Sorgen um die Kinder; die Zwänge, in denen wir stecken und die unsere Lebensqualität beeinträchtigen.Das alles müssen wir nicht verstecken. Das alles müssen wir nicht hinter einer fröhlichen Fassade verschwinden lassen. Wir dürfen das alles vor Gott und vor Menschen aussprechen. Wir dürfen darüber sogar klagen – und trotzdem das Grundgefühl der Freude am Herrn im Herzen tragen. Wie geht das?

Es ist kein emotionaler Spagat, der uns hier abverlangt wird, sondern hier kommt ein Geheimnis des Glaubens zum Tragen. Die Probleme werden nicht verdrängt und die Sorgen nicht geleugnet – aber sie treten in den Hintergrund. Wenn ein Mensch vom Grundgefühl der Freude getragen ist, beanspruchen die Sorgen nicht mehr so viel Kraft. Sie wirken nicht mehr so bedrohlich – weil wir die letzte Zuständigkeit dafür aus der Hand gegeben haben. Er, der Herr, will bei uns wohnen und das ganze Haus erfüllen. Und damit verändert sich alles.

Es stellt sich eine gewisse Leichtigkeit ein – und ich denke, das ist es, was Jesus meinte, als er sagte, dass wir wie die Kinder werden sollen. Die Kinder machen es uns vor, dass die Freude – wenn man sie denn sucht und zulässt – stärker ist als die schwierigen Umstände. Sie zerbrechen sich nicht ständig den Kopf darüber, was alles schiefgehen kann. Sie haben es leichter mit der Freude als wir Großen.

Gott will bei uns wohnen, und es ist klug, ihn in alle Räume unseres Lebens einzulassen. Bereiche, die wir vor ihm verschließen, kann er nicht umgestalten. Für ihn ist nichts zu komisch, zu banal, zu schwierig, zu dunkel. Er will sich um alles kümmern, auch um das Kleine, das Unscheinbare, das Unangenehme. Der Herr kommt – aber er kommt uns nur so nahe, wie wir es ihm erlauben. Er betritt nicht unaufgefordert das Gebiet unseres Lebens. Die Adventszeit ist eine gute Gelegenheit, ihn einzuladen, Herr über alle Dinge unseres Lebens zu sein.

Das Grundgefühl des Glaubens ist Freude. Wir können sie nicht erzeugen, sondern nur erbitten – und Gott lässt sie in uns wachsen. Unsere Aufgabe ist es, sie zu pflegen, damit sie nicht verfällt – und damit sie eines Tages einmünden kann in die ewige Freude, die uns keiner mehr verderben kann. Und dort muss uns dann auch niemand mehr auffordern: „Freue dich“ – denn dort ist die Freude zu Hause.

Eine gesegnete Adventszeit wünscht Ihnen Pfarrer Ulrich Becker    

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KIRCHENNACHRICHTEN

                   

Oktober 2021   / November 2021                          

für die Gemeinden St.- Bartholomäus und Luther in Waldenburg, Franken, Schlagwitz, Schwaben, Dürrenuhlsdorf, Ziegelheim, Niederwinkel und Oberwinkel / Ebersbach

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Liebe Gemeinde!

Luther
Vom Mai 1521 an hielt sich Martin Luther für zehn Monate auf der Wartburg bei Eisenach auf. Seine Gegner trachteten ihm nach seinem Auftritt auf dem Reichstag in Worms nach dem Leben. Auf der Burg fand er Schutz und Sicherheit, bis sich die Lage im Land etwas beruhigt hatte.

Martin Luther wusste aus eigener Erfahrung, wie gefährdet das menschliche Leben ist. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Naturkatastrophen und Krankheiten, berufliche Rückschläge und Beziehungskrisen – jeder kann seine eigene Geschichte davon erzählen, wie ihm Böses widerfahren ist und ihm das Leben schwergemacht wurde.

Das Unheimliche an dem persönlichen Erleben von Leid und Bösem ist, dass wir es nicht wirklich verstehen. Es gibt keine plausible Erklärung dafür. Mag sein, dass kluge Leute die Ursachen für ein Starkregenereignis benennen oder den Prozess einer Virusinfektion entschlüsseln können. Aber es kann mir niemand sagen, warum die Flutwelle genau diese Region und jene Familie trifft, und andere verschont bleiben; warum der eine sich ansteckt und einen schweren Verlauf bekommt und dem anderen nichts passiert. Martin Luther war sich sicher, dass der Teufel der Urheber des Übels ist – und hat sein berühmtes Tintenfass nach ihm geworfen.

Wenn das Böse, in welcher Gestalt auch immer, nach uns greift, dann brauchen wir keine Erklärungen, sondern vor allem Kraft - Lebenskraft. Erklärungen sind meistens schnell bei der Hand, aber fast immer mangelt es an Kraft, aufzustehen und Mut zu fassen. Keine großen Pläne sind in bösen Zeiten notwendig, sondern vor allem jemand, der einen ehrlichen Zuspruch für uns hat, einen Halt, der nicht gleich bei der ersten Erschütterung nachgibt. Wenn das Leben uns übel mitspielt, dann suchen wir eine Zuflucht und keine Ausflüchte.

„Gott ist unsere Zuversicht und Stärke, eine Hilfe in den großen Nöten, die uns betroffen haben.“ So beginnt der 46. Psalm, den Martin Luther in seinem Kampf- und Trostlied vertont hat. Ja, das brauchen wir mehr als alles andere, wenn sich das Böse in unser Leben drängt: Zuversicht und Stärke.

Luther erlitt in seinem turbulenten Leben so viele Kämpfe und Gefahren, dass man heute nicht mehr sagen kann, worauf sich der Text dieses Liedes konkret bezieht. Aber aus seinen Worten ist das große Vertrauen herauszuhören: „Bei Gott finde ich Hilfe – wirklich immer.“

Und wir erfahren im Liedtext auch, woraus er dieses Vertrauen schöpft. „Ein Wörtlein kann ihn fällen – also: zu Fall bringen.“ Er meint damit das Wort Gottes, mit dem er sich in den Monaten auf der Wartburg intensiv beschäftigt hat. Ein Teil seiner Bibelübersetzung ist in jener Zeit entstanden.

Das ist wohl die entscheidende Haltung: Vor allem die Zusagen und Verheißungen Gottes sprechen lassen und ihnen zutrauen, dass sie auch dann gelten, wenn der Augenschein dagegen spricht. Tun, was Gott sagt – und unbeirrt festhalten an der Gewissheit, dass der Böse am Ende nicht Recht behält, sondern als Verlierer dastehen wird.

Bei dieser Haltung vergeht dem Teufel die Lust. Denn er hat es dann immer mit Gott zu tun, und das mag er nicht, weil er weiß, dass er unweigerlich den Kürzeren ziehen wird. Martin Luther drückt es so aus: „Es streit´ für uns der rechte Mann, den Gott hat selbst erkoren. Fragst du, wer der ist? Er heißt Jesus Christ, der Herr Zebaoth, und ist kein andrer Gott. Das Feld muss er behalten.“

Mit herzlichen Grüßen zum Reformationsfest

Ihr Pfarrer Ulrich Becker

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KIRCHENNACHRICHTEN

                   

August 2021   / September 2021                          

für die Gemeinden St.- Bartholomäus und Luther in Waldenburg, Franken, Schlagwitz, Schwaben, Dürrenuhlsdorf, Ziegelheim, Niederwinkel und Oberwinkel / Ebersbach

Jesus spricht: „Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben.
Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht,
denn ohne mich könnt ihr nichts tun.“
Johannes 15,5

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emanuela Jansen KleinNun ist es wieder so weit: der „normale“ Alltag, den sich viele in den letzten Monaten herbeigewünscht haben, ist zurück. Der Kalender füllt sich – besonders mit schönen Dingen, die zum Teil nachgeholt werden wollen – und der Tag darf wieder gut durchstrukturiert werden. Manche können sich in dieser Situation ein Stück überrumpelt gefühlt haben. Und manch anderer kann sich mit den „alten“ und „neuen“ Aufgaben ein wenig überfordert fühlen.

Wenn auch du dich an manchen Tagen fragst, wie du diesen Schwall an Aufgaben und Terminen bewältigen kannst, ohne abends kaputt ins Bett zu fallen, möchte ich dir das Wort aus Johannes 15,5 ans Herz legen.

Du bist eine Rebe an dem Weinstock, der Jesus ist. Du hängst da an dem Weinstock und musst nichts anderes machen, als dich von Jesus füllen zu lassen. Jesus selbst ist der Weinstock und damit die Quelle der Kraft, der Zeit, der Freude, der Geduld – die Quelle des Lebens.

Ohne diese Quelle können wir nichts tun!   
Natürlich können wir viele Dinge schaffen und machen, auch ohne Jesus. Doch es gibt einen Unterschied:     
Wenn wir diese Dinge ohne Jesus machen, werden wir schnell erschöpft und überfordert sein, sowie keine Früchte und Erfolge sehen. Wir landen irgendwann in diesem berüchtigten „Hamsterrad“, das uns Kraft raubt.
Doch zusammen mit Jesus, werden wir Früchte und Erfolge wahrnehmen können. Wir werden merken, wie wir immer wieder Ideen und Kraft erhalten, um alles Nötige zu tun und zu schaffen.

Lade Jesus ein, deine Aufgaben und deine Zeit mitzugestalten. Lass dir von ihm zeigen, welche Aufgaben du abgeben und welche du angehen sollst. Staune über die Dinge, die du mit ihm zusammen schaffst und sage ihm Dank dafür. Du wirst es nicht bereuen.

Eine gesegnete Zeit aus der Kraft Gottes,   
wünscht

 

 Emanuela Janzen

 

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KIRCHENNACHRICHTEN

                   

Juni 2021   / Juli 2021                          

für die Gemeinden St.- Bartholomäus und Luther in Waldenburg, Franken, Schlagwitz, Schwaben, Dürrenuhlsdorf, Ziegelheim, Niederwinkel und Oberwinkel / Ebersbach

Monatsspruch Juni 2021

Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.  (Apostelgeschichte 5, 29)

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„Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.“ Dieser Satz, mit dem sich Petrus vor dem Hohen Rat in Jerusalem verteidigt, hat es in sich. Er enthält Sprengstoff. Er kann leicht für alles Mögliche gebraucht und auch missbraucht werden. Er wurde nicht selten dazu benutzt, Gewalt im Namen der Religion zu rechtfertigen.

Für Petrus und seine Freunde ist der Gedanke an Gewalt völlig ausgeschlossen. Sie sind erfüllt vom Heiligen Geist, und die Begeisterung für Jesus drückt sich darin aus, dass sie offen davon erzählen, was sie mit ihm erlebt haben und was er ihnen bedeutet. Damit ecken sie an. Damit machen sie sich unbeliebt, aber sie können nicht schweigen von dem, was in ihren Herzen groß geworden ist.

Gehorchen beginnt mit Horchen – mit dem Hören auf das, was Gott uns in seinem Wort sagt. In vielen Punkten ist völlig klar, was Gott von uns erwartet. Da sind die Hinweise in seinem Wort ganz eindeutig, und es geht nur noch darum, ob wir bereit sind zu tun, was uns aufgetragen ist. In anderen Bereichen stehen wir zuweilen vor schwierigen Entscheidungen. Wir müssen gründlich überlegen, uns beraten lassen, abwägen und Prioritäten setzen. Gott gehorchen bedeutet nicht, den Verstand auszuschalten. Von Petrus und den Aposteln können wir lernen, dass es klug ist, eine Grundsatzentscheidung zu treffen, bevor es um konkrete Schritte geht. Sie haben genau das getan. Sie haben dem Heiligen Geist Raum gegeben. Sie haben sich ihm zur Verfügung gestellt. Sie haben ihm ihr Herz geöffnet.

Wenn wir das tun, beginnt Gott, unser Gewissen zu formen und zu schärfen. Es wächst ein natürliches Empfinden für gut und böse in uns. Gehorchen beginnt mit Horchen. Wir werden lernen, Gottes Stimme herauszuhören aus den vielen anderen Stimmen, die uns beeinflussen wollen. Dabei müssen wir darauf eingestellt sein, dass Gott nicht immer nur das sagen wird, was wir gern hören wollen. Gehorsam gegenüber Gott kann Unannehmlichkeiten nach sich ziehen. Aber wir können letztlich nicht für uns behalten, was Jesus in unser Herz gelegt hat, auch wenn wir damit manchmal Unverständnis und Kopfschütteln ernten. Gott mehr gehorchen als den Menschen, das erfordert Mut. Aber eins steht fest: Gehorsam wird bei Gott immer belohnt.

Es grüßt Sie herzlich

Pfarrer Ulrich Becker

                                                                                                                           

KIRCHENNACHRICHTEN

                    aprila

April 2021   / Mai 2021                          

für die Gemeinden St.- Bartholomäus und Luther in Waldenburg, Franken, Schlagwitz, Schwaben, Dürrenuhlsdorf, Ziegelheim, Niederwinkel und Oberwinkel / Ebersbach

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Ostern

Ich komme eben aus dem Gottesdienst. Grundlage der heutigen Predigt war Paulus, Verse aus dem Epheserbrief:

„So ahmt nun Gott nach als geliebte Kinder und wandelt in der Liebe, wie auch Christus uns geliebt hat und hat sich selbst für uns gegeben als Gabe und Opfer, Gott zu einem lieblichen Geruch.“

Worte, die mir noch lange nachgehen. Worte, die wir uns gerade in der jetzigen Zeit immer wieder vergegenwärtigen sollten.

Es ist März, der Frühling kündigt sich an. Überall wird er herrlich sichtbar. Die Sonne steht schon etwas höher und ihre Strahlen wärmen ab und zu schon recht gut. Die ersten Frühlingsblüher schauen aus der Erde. Und dann dieser Duft, der die Luft erfüllt – Gottes lieblicher Duft, der nicht nur durch die Nase erkennbar wird, sondern auch und vor allem mit dem Herzen.

Für uns Christen ist das eine heilige Zeit. Heilig ist das, was der Welt entzogen ist, worüber die Welt keine Macht hat – sie gehört ganz Gott und ganz uns.

Ostern zeigt uns, dass wir Gottes geliebte Kinder sind.  Die Strahlen seiner Liebe wärmen. Sie wärmen, auch wenn die Sonne mal nicht scheint. Sie strahlen und wärmen, weil er uns bis in den Tod geliebt hat und er uns weiterhin liebt – ohne Wenn und Aber.

Umgeben von der unglaublichen Liebe Jesu, die sich in so vielen, oft ganz kleinen Dingen zeigt, entwickelt sich das Bedürfnis, Gott für seine Liebe zu danken. Versuchen wir doch einmal, zu duften. Versuchen wir Jesu Liebe nachzuahmen und damit Gott zu einem lieblichen Geruch zu werden. Ich glaube, darüber würde er sich freuen:)

Es grüßt Sie herzlich

Prädikantin Marion Wolf