Termine / Veranstaltungen - Auf einen Blick

KIRCHENNACHRICHTEN

                     Oktober 2020   / November 2020                            

für die Gemeinden St.- Bartholomäus und Luther in Waldenburg, Franken, Schlagwitz, Schwaben, Dürrenuhlsdorf, Ziegelheim, Niederwinkel und Oberwinkel / Ebersbach

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Monatsspruch Oktober:

Sucht der Stadt Bestes und betet für sie zum Herrn; denn wenn es ihr wohl geht, so geht es euch auch wohl.  (Jeremia 29, 7)

Ulrich Becker 100


 

Liebe Leserinnen und Leser,

Wie im falschen Film – so fühlen wir uns, wenn unsere Lebensumstände sich verändern und wir Mühe haben, Schritt zu halten; wenn die Entwicklungen uns überrollen und wir kaum folgen können.

Seit einem halben Jahr hat sich unser Leben in vieler Hinsicht verändert. Wir tragen Masken, halten Abstand und verzichten auf Begegnungen und Festlichkeiten. Und ständig begleitet uns die Sorge, vielleicht einen Fehler zu machen oder eine neue Regel zu übersehen. Wir haben Mühe, uns zurechtzufinden.

Wie im falschen Film – so fühlten sich die Israeliten im babylonischen Exil. Sie sind an einem Ort, den sie sich nicht selbst ausgesucht haben. Sie wehren sich innerlich gegen ihre neue Umgebung. Sie fühlen sich fremd und verunsichert. Sie wünschen sich, dass alles wieder so sein soll wie vorher.

Vom Propheten Jeremia ist ein Brief überliefert, den er an die Menschen im fremden Land geschrieben hat. Darin heißt es: „Sucht der Stadt Bestes und betet für sie zum Herrn, denn wenn es ihr wohlgeht, so geht es euch auch wohl.“ 

In den Gedanken Jeremias sehe ich Orientierungshilfen für unsere Situation. Er sagt ganz offen: Ja, es ist eine Krise. Sie wird länger dauern als ihr denkt. Stellt euch darauf ein und schaut nicht nur zurück.

Wir sind dabei  zu lernen, dass die Krise zu unserem Leben gehört. Es wird dauern, und wir müssen Wege finden, damit gut umzugehen. Wie feiern wir Gottesdienst, wenn wir Abstand halten sollen? Singen mit Mundschutz? Oder besser gar nicht singen? Sich herzlich begrüßen ohne sich anzufassen - wie geht das? Wir werden auf längere Zeit neue Verhaltensweisen einüben müssen und uns daran gewöhnen.

Jeremia legt seinen Lesern ans Herz: Bringt diese Krise und alles, was damit zusammenhängt, vor Gott. Zerbrecht euch nicht ständig den Kopf darüber, wer schuld ist an der Misere, sondern versucht, das Beste daraus zu machen: „Sucht der Stadt Bestes.“

Der Brief endet mit dem tröstlichen Gedanken, dass die schlimme Zeit nicht ewig dauern wird. Und so war es dann auch. Nach drei Generationen durften die Juden in ihre Heimat zurückkehren – aber es war keine Rückkehr ins alte Leben. Sie hatten inzwischen neue Wege gefunden, ihren Glauben zu leben. An die Stelle des Tempels mit seinen Tieropfern trat der Gottesdienst in der Synagoge mit Gebet und Schriftlesung. Als sie bereit waren, die veränderte Situation anzunehmen, waren sie wieder im richtigen Film – aber der hatte ein  neues Drehbuch.

Ich glaube, es kommt nicht in erster Linie darauf an, dass wir die Krise so schnell wie möglich hinter uns bringen, sondern dass wir uns an Gottes Kompass neu orientieren: „Sucht der Stadt Bestes und betet für sie.“

Es grüßt Sie herzlich   Ihr Pfarrer Ulrich Becker


KIRCHENNACHRICHTEN

                     August 2020   / September 2020                            

für die Gemeinden St.- Bartholomäus und Luther in Waldenburg, Franken, Schlagwitz, Schwaben, Dürrenuhlsdorf, Ziegelheim, Niederwinkel und Oberwinkel / Ebersbach

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Ulrich Becker 100


 

Liebe Leserinnen und Leser,

könnten Sie das von sich selbst so sagen: Ich bin wunderbar gemacht, ein einzigartiges Kunstwerk? Woher nimmt der Psalmbeter dieses enorme Selbstbewusstsein? Sollte man da nicht ein bisschen zurückhaltender sein?

Ich glaube nicht, dass hier jemand ein großspuriges Loblied auf sich selber singen will. David, der Verfasser dieser Zeilen, wusste sehr wohl um seine schwachen Seiten. Im 51. Psalm bekennt er ganz unumwunden, dass er ein Sünder ist (Psalm 51, 7).

Aber er weiß auch: Meine ganze Existenz verdanke ich dem großen Gott. Ich bin Teil seiner Schöpfung, die er selbst mit „sehr gut“ bewertet hat. Ich bin sein Wunschkind – und daran ändern auch meine Verfehlungen und meine dunklen Seiten nichts. Im Gegenteil: Gerade weil Gott so viel Sorgfalt und so viel Liebe darauf verwendet hat, mich ins Leben zu rufen und mich mit einem unverwechselbaren Charakter auszustatten, darf ich hoffen, dass er meine Schuld nicht gegen mich verwendet. Ich darf ihn bitten, dass er nicht aufhört, mich zu verändern und mein Herz zu formen. Deshalb schließt der Psalm mit der Bitte: „Sieh, ob ich auf bösem Weg bin, und leite mich auf ewigem Weg.“

Immer wenn ich mich über mich selbst ärgere und unzufrieden mit mir bin, darf ich mir in Erinnerung rufen, dass mein Dasein kein Zufall ist; dass ich gewollt bin – mit meinen Gaben und meinen Grenzen - und dass Gott etwas mit mir vorhat. Es ist ein gutes Gefühl,  zu wissen: als ich geboren wurde, nahm ein genialer Gedanke Gottes Gestalt an. Von Gott her hat mein Leben einen tiefen Sinn und einen unschätzbaren Wert. Ich darf in den Spiegel schauen und mit David beten: Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin.

Mit einer Liedstrophe von Jürgen Werth grüßt Sie herzlich

Ihr Pfarrer Ulrich Becker

 

Vergiss es nie: Dass du lebst, war keine eigene Idee,

und dass du atmest, kein Entschluss von dir.

Vergiss es nie: Dass du lebst war eines anderen Idee,

und dass du atmest, sein Geschenk an dich.

 

Du bist gewollt, kein Kind des Zufalls, keine Laune der Natur,

ganz egal, ob du dein Lebenslied in Moll singst oder Dur.

Du bist ein Gedanke Gottes, ein genialer noch dazu.

Du bist du, das ist der Clou, ja der Clou. Ja, du bist du


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KIRCHENNACHRICHTEN

                     Juni 2020   / Juli 2020                            

für die Gemeinden St.- Bartholomäus und Luther in Waldenburg, Franken, Schlagwitz, Schwaben, Dürrenuhlsdorf, Ziegelheim, Niederwinkel und Oberwinkel / Ebersbach

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Ulrich Becker 100

Lutherkirche Waldenburg am 15. März 2020

 

„Achten Sie auf Ihr Herz. Sie haben nur das eine“,  sagt der Arzt beim Abschied zu seinem Patienten. Wer wollte ihm da widersprechen? Wir alle tun gut daran, auf unser Herz zu achten, denn es erhält uns am Leben. „Achten Sie auf Ihr Herz“ – das ist aber nicht nur ein medizinischer, sondern auch ein geistlicher Rat. 

Denn über die biologische Funktion hinaus hat das Herz noch eine ganz andere Bedeutung. Es wird in der Bibel als Sitz des Menschseins verstanden. Etwa 900 mal kommt das Wort „Herz“ in der Bibel vor, also durchschnittlich auf jeder zweiten Seite. Der Monatsspruch für den Juni weist uns darauf hin, dass Gott sich sehr für den Zustand unseres Herzens interessiert: „Du allein kennst das Herz aller Menschenkinder.“ Er will unser Herz erreichen und gewinnen, und die ganze Bibel ist eigentlich nichts anderes als Gottes Versuch, sich unseren Herzen zu nähern – also ein sehr ausführlicher Liebesbrief.

Im Herzen sind unsere Gefühle angesiedelt, im Herzen vollziehen sich Entscheidungen, im Herzen sind unsere Charaktereigenschaften angelegt, vom Herzen aus werden Beziehungen geknüpft. Es ist das innere Steuerzentrum des Menschen.

Häufig lesen wir in der Bibel davon, dass Gott sich Sorgen um den Zustand unserer Herzen macht. Seine Diagnose ist: Unser Herz ist behandlungsbedürftig. Er sieht verunreinigte und verhärtete Herzen, und das führt zu Störungen in der Beziehung zu Gott und zu unseren Mitmenschen.

Glücklicherweise bleibt Gott nicht bei der Diagnose stehen, sondern er bietet auch eine Therapie an. „Selig sind, die  ein reines Herz haben“, sagt Jesus. Leider verliert sich die Unreinheit des Herzens nicht mit der Zeit von selbst, und sie wird auch nicht vertrieben durch gedankliche Anstrengung - im Gegenteil: sie breitet sich immer weiter aus, wenn sie nicht bekämpft wird. Erst die Berührung des Herzens mit reinen Dingen, Gedanken und Kräften führt zur Reinheit.

Es beginnt damit, dass wir Gott bitten, uns seinen Willen ins Herz einzuprägen, seinen Maßstab für Gut und Böse in unser Herz zu implantieren. Das wird unser Gewissen schärfen und uns helfen, das Gute zu tun und das Böse zu lassen. Ein reines Herz bindet sich an Gottes Gebote; hat sie sozusagen verinnerlicht. Sie sind ihm in Fleisch  und Blut übergegangen.

Menschen mit so einem reinen Herzen sind glaubwürdig, ausgeglichen, souverän, unangreifbar, gütig, besonnen, liebevoll. Es ist einfach wohltuend, wenn man mit solchen Menschen zusammen ist. Und für die betreffende Person selber ist es auch ausgesprochen gesund, mit einem reinen Herzen zu leben. Denn wer sich nicht mit einem schlechten Gewissen quälen muss, entlastet seinen gesamten Organismus – auch das Herz.

Achten Sie auf ihr Herz. Wir haben nur das eine – und das sollte möglichst gesund und rein sein.


Es grüßt Sie herzlichst

Ihr Pfarrer Ulrich Becker

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KIRCHENNACHRICHTEN

                     April 2020   / Mai 2020                            

für die Gemeinden St.- Bartholomäus und Luther in Waldenburg, Franken, Schlagwitz, Schwaben, Dürrenuhlsdorf, Ziegelheim, Niederwinkel und Oberwinkel / Ebersbach

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Ulrich Becker 100

Lutherkirche Waldenburg am 15. März 2020

 

Sonntag, 10.00 Uhr – ein merkwürdiger Anblick: Altar und Taufstein sind geschmückt, Lieder sind angesteckt, alles ist vorbereitet, aber die Kirche ist menschenleer. Wir mussten den Gottesdienst kurzfristig absagen und die Taufe verschieben.  Um die Ausbreitung des Coronavirus so weit wie möglich zu unterbinden, hat die sächsische Landeskirche die Gemeinden aufgefordert, auf Zusammenkünfte aller Art bis auf weiteres zu verzichten. Das ist ein großes, aber notwendiges Opfer, denn wir Christen brauchen die Gemeinschaft der Schwestern und Brüder, wir brauchen die Feier des Heiligen Abendmahls und das gemeinsame Hören auf Gottes Wort. Vielleicht wird uns aber gerade durch diesen Verzicht bewusst, dass uns etwas Wesentliches fehlt, wenn wir nicht im Gottesdienst und in den Gruppen und Kreisen zusammenkommen können, und es entsteht ein neuer Hunger und eine neue Sehnsucht nach der Gemeinde und dem Wort Gottes.

Das Virus hat erhebliche Auswirkungen auf unseren Alltag und unsere Beziehungen. Unsere Mitmenschlichkeit wird ernsthaft auf die Probe gestellt. Unser gewohntes Gemeindeleben, die Osterzeit, möglicherweise auch die Konfirmationsfeiern sind betroffen. Im Augenblick ist völlig ungewiss, wann wir zur Normalität zurückkehren können. Deshalb stehen alle Termine in diesen Kirchennachrichten unter Vorbehalt. Die Verunsicherung ist groß. Die Kirchenvorstände bemühen sich, schnell auf die Entwicklung der Lage zu reagieren und verantwortlich zu entscheiden.

Wenn im alten Israel das Leben aus den Fugen geriet, weil eine Krise über das Land kam, dann wurden solche Ereignisse immer auch als Weckruf von Gott verstanden, als Ruf zur Umkehr. Beim Propheten Jesaja heißt es im 26. Kapitel: „Wir warten auf dich, HERR, auch auf dem Weg deiner Gerichte. Denn wenn deine Gerichte über die Erde gehen, so lernen die Bewohner des Erdkreises Gerechtigkeit.“

Der Prophet ist von der Gewissheit getragen, dass auch Gottes Gerichtshandeln aus seiner Liebe kommt. Gott ruft sein Volk aus vermeintlichen Sicherheiten heraus zu neuem Vertrauen auf ihn allein. Die Corona-Krise zeigt uns, dass wir die Dinge nicht im Griff haben und dass unsere Sicherungssysteme nicht sehr tragfähig sind, und wir können uns auch nicht mehr Sicherheit verschaffen, indem wir uns große Vorräte anlegen.

Wir müssen bekennen, dass wir im Alltag selten nach Gott fragen, solange keine größeren Probleme auftauchen. Gott ruft uns zu sich – durch seine Wohltaten ebenso wie durch sein ernstes Reden - weil er uns unendlich liebt und weil es letzte Sicherheit nur in der Bindung an ihn gibt.

Natürlich müssen wir in diesen Tagen besonders vorsichtig sein und die Hygienevorschriften ernst nehmen.  Aber vor allem und in erster Linie gilt:

Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit. (2.Timotheus 1,7)

Es grüßt Sie herzlichst

Ihr Pfarrer Ulrich Becker

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KIRCHENNACHRICHTEN

                     Februar 2019   / März 2020                            

für die Gemeinden St.- Bartholomäus und Luther in Waldenburg, Franken, Schlagwitz, Schwaben, Dürrenuhlsdorf, Ziegelheim, Niederwinkel und Oberwinkel / Ebersbach

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Ulrich Becker 100

Ich glaube – hilf meinem Unglauben!

 

Hin- und hergerissen zwischen Glauben und Unglauben – jeder, der ernsthaft nach Gott fragt, kennt diese Erfahrung. Manchmal fällt es uns leicht, Jesus in allen Dingen zu vertrauen, und manchmal überwiegen die Zweifel, und der letzte Rest von Glauben verflüchtigt sich.

Der Evangelist Markus erzählt, wie ein verzweifelter Vater zu Jesus kommt und ihn um Hilfe für seinen kranken Sohn bittet. Er hat schon vieles versucht und ist immer wieder enttäuscht worden. Jesus ist seine letzte Hoffnung. Er weiß nicht genau, was er von Jesus erwarten kann, aber er ist entschlossen, alles auf diese eine Karte zu setzen.

Dieser Vater schätzt seinen Glaubensstand nicht sehr hoch ein, aber das spielt für Jesus keine Rolle. Er schaut nicht auf das, was fehlt, sondern auf das, was da ist. Er fragt nicht danach, welche Voraussetzungen dieser Mann erfüllt, sondern öffnet ihm sein erbarmendes Herz.

„Ich glaube – hilf meinem Unglauben.“ Wer so betet, spricht ein Bekenntnis aus – ein Glaubensbekenntnis. Er erwartet, dass Jesus mehr tun kann als jeder andere. Wer so betet, der weiß aber auch, dass er in der Schule des Glaubens noch einige Lektionen vor sich hat, und er ist bereit, sich in dieser Schule anzumelden.

Und genau das will uns die Jahreslosung ans Herz legen: Egal, auf welchem Stand unser Glaube ist – wir sollen uns bewusst machen, dass da noch Luft nach oben ist. Und dann ist es unsere Sache, die Quellen aufzusuchen, wo wir neue Anregungen und Hilfen für unseren Glauben empfangen können. Der Glaube wächst, wenn er gut ernährt wird.

 „Ich glaube  -  hilf meinem Unglauben“ – es beginnt damit, dass wir uns vor Jesus ehrlich machen; dass wir ihm unsere Glaubensprobleme erzählen. Er wird uns keine Vorwürfe machen, sondern uns behutsam an die Hand nehmen und uns ermutigen, den nächsten Glaubensschritt zu gehen. 

Letztlich können wir den Glauben nicht selbst erzeugen. Er wird uns geschenkt – von Jesus. Unsere Sache ist es, dorthin zu kommen, wo er anzutreffen ist und austeilt – und das ist immer in erster Linie die Gemeinde.

Mit herzlichen Segenswünschen für das Jahr 2020

Ihr Pfarrer Ulrich Becker

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